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Passenderweise scheint die Sonne auf die 1200 Solarmodule auf dem Dach des Busbetriebshofs. Rund 100 Busse der infra und der VAG finden dort nach Fahrplanschluss einen Unterstand für die Nacht. Außerdem gibt es in dem Gebäude in der Südstadt eine Werkstatt und einige Büros. Sie werden bereits seit einigen Wochen mit Strom versorgt, den die Photovoltaikzellen liefern.
Insgesamt profitieren 43 Fürther Haushalte von der 400000 Euro teuren Anlage, die in Spitzenzeiten bis zu 150 Kilowattstunden Strom erzeugt. Außerdem spart sie, nach Angaben des stellvertretenden infra-Geschäftsführers Manfred Zischler, 85 Tonnen Kohlendioxid im Jahr ein. Ermöglicht wurde die Anlage durch eine spezielle Konstruktion, die sich mit den schwierigen statischen Bedingungen des Flachdachs vertrug. Zum Einsatz kamen spezielle Dünnschichtmodule mit geringerem Gewicht, die nicht mit dem Dach verschraubt werden mussten.
Mit der neuen Anlage wollen Stadt und infra ihrem ehrgeizigen Ziel, bis 2021 ein Viertel des Stroms für Fürther Haushalte und Industrie regenerativ zu erzeugen, ein Stück näherkommen. Knapp fünf Prozent waren es 2010, im vergangenen Jahr konnte der Anteil dank der Inbetriebnahme der Biogasanlage zwischen Seukendorf und Langenzenn auf knapp zehn Prozent gesteigert werden.
Die Kritik, durch die Sonne erzeugter Strom sei zu teuer und die Solaranlagen zu wenig einträglich, bringt Oberbürgermeister Thomas Jung nicht aus der Ruhe. Jede Form der alternativen Energiegewinnung stoße immer auch auf irgendwelche Einwände: Nutze man Wasserkraft, würden die Flüsse leiden, Photovoltaik sei weniger effizient und Windkrafträder verschandelten die Landschaft. Das Stadtoberhaupt räumt aber auch ein: „Solarenergie allein ist sicher nicht seligmachend.“
Wichtig seien deshalb mehrere Standbeine in Sachen erneuerbare Energien. Ein Fortschritt sei deshalb der Bau der Biogasanlage gewesen, weil der durch sie erzeugte Strom speicherbar ist und die Anlage Teile der Kalb-Siedlung in der Südstadt zudem mit Wärme versorgt. Aber, stellt Jung klar: Hier in Süddeutschland sei die Sonne ein wichtiger Faktor bei der Energiegewinnung. Speziell das vergangene Jahr sei in Fürth extrem sonnenreich gewesen; die Windkraft dagegen reiche in der Stadt zur Stromerzeugung nicht aus.
Außerdem, so Jung, hätten die Kritiker inzwischen sogar die viel gepriesenen Offshore-Windparks im Visier. Wie in unserer gestrigen Ausgaben berichtet, kommt ihr Ausbau nur sehr schleppend voran. Grund sind dem Vernehmen nach Schwierigkeiten, sie an das Stromnetz anzuschließen.



