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122er macht Wilhermsdorf wenig Freude

Bürger nehmen Angebot der Buslinie kaum an - 04.10.2017 13:00 Uhr

Viel Diskussionen gab es im Wilhermsdorfer Gemeinderat zum Thema Buslinie 122. © Heinz Wraneschitz


Beim Tagesordnungspunkt "Linie 122 – Verlängerung des bestehenden Vertrages" gab es am Ende zwar keine Gegenstimme, zuvor aber viel Diskussion.

Euphorisch war Ende 2015 die Buslinie über die Dörfer der Marktgemeinde mit Anbindung an die Langenzenner Schulen gefeiert worden. Doch inzwischen ist Ernüchterung eingekehrt. "Nach einem langen Probebetrieb und zusätzlicher Werbung … zeigen Erhebungen, dass außerhalb der Schulzeiten pro Tag nur maximal 15 Personen die Buslinien nutzen. Die Haltestellen im Kernort werden kaum genutzt", stand in der Ratsvorlage.

"Wenn ein Bus leer fährt, zeigt das, dass ein Bedarf in den Ortsteilen nicht vorhanden ist", fasste der Bürgermeister das in eigene Worte. Dennoch: Einfach den Busbetrieb einstellen am Ende des Probezeitraums am 17. Dezember, das geht laut Emmert nicht. Denn mit dem 122er sei die Schülerbeförderung verknüpft; die Linie sei mindestens bis Schuljahresende aufrecht zu erhalten. Das habe bereits der Kreisausschuss des für den Schülerverkehr verantwortlichen Landkreises beschlossen.

Jutta Hutzler sprach vor allem den Kostenfaktor an: "Am Anfang waren es 18 000 Euro, inzwischen zahlen wir 25 000 Euro jährlich drauf. Und jetzt kommt raus, der Busunternehmer hat sich verkalkuliert und will noch mehr. Ich bin der Meinung, wir brauchen keine eigene ÖPNV-Linie. Außerdem fährt die Zenngrundbahn zwischen Langenzenn und Wilhermsdorf", wies sie darauf hin, wie weitere Kosten durch zusätzlich eingeschobene Busfahrten zu vermeiden wären.

Landkreis prüft Varianten

Hier korrigierte der Bürgermeister: "Zusätzliche Runden zur Schülerbeförderung zahlt der Landkreis." Dennoch stimmte er der Kritik zu: "Bis zum neuen Schuljahr muss klar sein, wie es weitergeht mit dem 122er." Deshalb würden zurzeit im Landratsamt mehrere Varianten geprüft, von der Fortführung wie derzeit über die Rückkehr zu einer reinen Schulbuslinie bis hin zu einem ÖPNV-Angebot nur zu Schulzeiten. Auch der Vorschlag, den bestehenden Vertrag mit dem Busunternehmen bis zum 31. August 2018 zu verlängern und dafür sogar höhere Kosten zu akzeptieren, ist in der Lostrommel. 

Heinz Wraneschitz

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