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26 Fürther Kirchen für den gerechten Handel

Katholische und evanglische Gemeinden nennen sich "Fair Trade Dekanat" - 11.11.2017 21:00 Uhr

„Fairwöhnt“ lautet das Motto des Fürther Dekanats, das hier ansehnliche Kaffeebecher ziert. Sie gehören wie zahlreiche andere Artikel zur Produktpalette. © Foto: Leberzammer


"Wir bringen den Gedanken eines globalen fairen Handels damit zurück zu den Kirchen", erklärt Andreas Schneider aus dem Vorstand des Fürther Welthauses – "dorthin also, wo er vor 50 Jahren seinen Anfang nahm." Dazu haben die Gemeinden zwei Jahre lang ihre wirtschaftlichen Verbindungen unter die Lupe genommen, um die Kriterien für die Bezeichnung "Fair Trade Dekanat" zu erfüllen.

Genau genommen gibt es diese allerdings gar nicht. "Wir haben uns selbst zertifiziert", räumt der evangelische Dekan Jörg Sichelstiel ein. Bei TransFair in Köln, dem bundesweit für die Prüfung zuständigen Verein, sei man noch gar nicht vorstellig geworden. Dessen Kriterien – Verwendung fair gehandelter Produkte, Organisation von Informations- und Bildungsveranstaltungen, nachhaltige Beschaffung und Öffentlichkeitsarbeit – hätten die Beteiligten in Fürth jedoch penibel eingehalten, versichern sie. Nun hoffen sie auf Nachahmer in anderen Kirchengemeinden.

Dass über die Hälfte der 45 hiesigen Gemeinden das gesetzte Ziel erreicht hat (und die übrigen zumindest teilweise), geht laut Schneider auf die "geniale Unterstützung" durch die beiden Dekane Sichelstiel und André Hermany zurück: "Wo immer es Widerstände zu überwinden gab, haben sie uns unterstützt."

Schließlich sei es nicht darum gegangen die Gemeindespitzen zu überzeugen, "sondern Hausmeister und Sekretärinnen, weil ich selbst ja nicht den Einkauf mache", sagt Sichelstiel. Eingefahrene Routine umzustellen, habe sich wieder einmal als schwierigstes Unterfangen erwiesen. Wo es erfolgreich war, sei es allerdings auch am nachhaltigsten gewesen.

Mit fairen Produkten in die Offensive: Der evangelische Dekan Jörg Sichelstiel, Melanie Diller und Andreas Schneider vom Weltladen, der katholische Dekan André Hermany und Pfarrer Kuno Hauck (von li.) präsentieren die Palette. al © Foto:


Kaffee, Kakao, Tee – das sind klassische Fairtrade-Produkte, die nun in Büros oder bei Veranstaltungen verwendet werden. Doch gibt es darüber hinaus weit mehr, das den Fair-Trade-Gedanken unterstützen soll: von Recyclingpapier über Putzmittel und Blumenschmuck bis hin zu Ökostrom. "Zum Kirchweihumzug haben wir heuer 300 fair gehandelte T-Shirts gekauft", berichtet Sichelstiel, "darüber hätten wir vor drei Jahren sicher nicht einmal nachgedacht."

Nachhaltig handeln

Pfarrer Kuno Hauck, in dessen Martinskirche das Fair Trade Dekanat Fürth präsentiert wurde, verfolgt einen anderen Ansatz: "Erst einmal schenken und die Menschen über den Genuss und das Erlebnis von fairen Produkten gewinnen." Dazu passt das Motto "Fairwöhnt", das das Fürther Fair-Trade-Dekanat sich gegeben hat.

Gerade in der Vorweihnachtszeit gebe es wieder viele Konsumentscheidungen zu treffen, betont Weltladen-Bildungsreferentin Melanie Diller. "Nachhaltig zu handeln, kann dann heißen, weniger zu kaufen und Alternativen zu finden, die sich verschenken lassen." Das nun Begonnene weiter zu führen und wirken zu lassen, sei die gemeinsame Botschaft der evangelischen und katholischen Gemeinden in Fürth. 

ARMIN LEBERZAMMER

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