Donnerstag, 21.02.2019

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3300 Unterschriften für Fürths Neue Mitte

Initiative übergab ihre Listen an OB Jung - Schulterschluss mit dem Einzelhandel - 20.03.2013 22:00 Uhr

Vor der Kulisse des Park-Hotels, für dessen Abriss sie plädieren, übergaben die Aktivisten von „Pro Neue Mitte“ um Initiator Martin Aicher (5. von links) eine dicke Mappe mit Unterschriftenlisten an Oberbürgermeister Thomas Jung. © Scherer


Der „gscheide Ärger“ über das Bürgerbegehren für den Erhalt des Park-Hotels und dessen Initiatoren vom Verein „Wir sind Fürth“ war es, der Martin Aicher Ende Januar aktiv werden ließ: Man müsse nun etwas tun, damit sich der Bau einer „Neuen Mitte“ durch den Vorstoß der Abrissgegner nicht verzögere, befand der 49-Jährige IT-Fachmann — und stieß im Internet schnell auf einen Mitstreiter: Frank Lahoda (39) hatte begonnen, online Unterschriften gegen das Bürgerbegehren zu sammeln, am nächsten Tag trafen sich beide im „Gelben Löwen“ in der Gustavstraße. „Pro Neue Mitte“ war geboren. 

Aicher und Lahoda suchten den Schulterschluss mit Einzelhändlerinnen wie der Grünen-Stadträtin Dagmar Orwen und Innenstadt-Optikerin Susanne Ehreke, die bereits in 30 Fürther Geschäften Unterschriftenlisten verteilt hatte. Alle gemeinsam warben sie zudem sieben Samstage lang an einem Stand in der Fußgängerzone um Zustimmung — ebenso übrigens wie die Vertreter von „Wir sind Fürth“, die sich jeweils nur einen Steinwurf entfernt postierten. 

Während die Initiatoren des Bürgerbegehrens für das Park-Hotel aber zuletzt einen Unterschriftenstand von rund 1000 vermeldeten, kam bei den Abriss-Befürwortern bisher mehr als dreimal so viel zusammen — 408 Unterschriften nach Angaben der Initiative via Internet, der Rest am Stand und in den Läden. „Das ist eine Abstimmung mit den Füßen“, findet Dagmar Orwen, die „viel Unverständnis und Empörung über das Bürgerbegehren“ beobachtet hat. 

Aicher und Lahoda betonen, dass sie weder im Interesse des Bauherren MIB handeln („Wir hatten keinen Kontakt“) noch in irgendeiner Weise parteigebunden seien; allein die Sorge um die Fürther Innenstadt treibe sie an, ebenso wie Susanne Ehreke. „Ich liebe meine Stadt, sie darf nicht untergehen“, sagt die Optiker-Meisterin, die deshalb sogar in Zeitungsannoncen um Unterstützung warb. 

Oberbürgermeister Thomas Jung zeigte sich naturgemäß hocherfreut über so viel in seinen Augen „erstaunlichen Bürgersinn“, als er die Unterschriften vor der Kulisse des Park-Hotels persönlich in Empfang nahm. Zum ersten Mal erlebe er eine Initiative, „die für und nicht gegen etwas ist“. Dies unterstreiche „die Notwendigkeit des Projekts“.

  

Wolfgang Händel

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