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Abgespeckte Baupläne in der Mangel

Oberfürberger laufen auch gegen ein deutlich reduziertes Wohngebiet am nördlichen Ortsrand Sturm - 13.10.2010 10:00 Uhr

Von der landwirtschaftlich genutzten Freifläche zwischen dem Ortsrand und der Südwesttangente soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung das rechte Drittel bebaut werden.<autor>Luftbild: Stadt Fürth

Von der landwirtschaftlich genutzten Freifläche zwischen dem Ortsrand und der Südwesttangente soll nach den Vorstellungen der Stadtverwaltung das rechte Drittel bebaut werden.Luftbild: Stadt Fürth


Wie berichtet, will die Stadt aufgrund der Proteste nur noch 100000 Quadratmeter des insgesamt 300000 Quadratmeter großen Geländes zwischen Main-Donau-Kanal, Südwesttangente, Kirchenweg und dem Ortsrand bebauen. Statt 800 Wohneinheiten sollen nur 300 Entstehen. „Wer garantiert, dass die übrige Fläche nicht auch irgendwann bebaut wird?“, wollte ein Besucher wissen. Und Oberbürgermeister Thomas Jung konnte lediglich Sicherheit für die Zeit zusagen, in der der Stadtrat zu seinem Beschluss steht.

Heute befasst sich der Bauausschuss in öffentlicher Sitzung im Technischen Rathaus, Hirschenstraße 2, mit dem reduzierten Bebauungsplan. Der Verein „Rettet Fürberg“ lädt am Donnerstag, 21. Oktober, um 19 Uhr zu einer Diskussionsveranstaltung ins Gasthaus Kirschbaum, Unterfürberger Straße 105. Statt Freiflächen am Stadtrand, sollten nach Vereinsauffassung lieber freie Grundstücke in der Stadt bebaut werden. Die sind jedoch laut Jung aus verschiedensten Gründen kurzfristig nicht verfügbar. Auch das nahe Reichsbodenfeld an der Breslauer Straße gehöre dazu. Ohnehin wird es nach den Worten von Baureferent Joachim Krauße mindestens eineinhalb Jahre dauern, bis die Planung für Oberfürberg Nord abgeschlossen ist. Dass die Stadt mit dem Baugebiet Oberfürberg auch eigene wirtschaftliche Interessen verfolgt, bestreitet Jung gar nicht. Den „ganz großen Reibach“ könne sie wegen der relativ hohen Erschließungskosten mit dem Verkauf der zum Bauland umgewandelten Ackerfläche aber nicht machen. Der Stadt gehören 40000 der 100000 Quadratmeter.

Für notwendig hält der OB das Baugebiet, um junge Familien vom Abwandern in den Landkreis abhalten zu können. Langfristiges Ziel der städtischen Siedlungspolitik sei es, die Einwohnerzahl von 115000 zu halten. Ausschließlich mit Geschosswohnungen lasse sich der Wohnraumbedarf nicht decken. Auch höhere Ansprüche wollten befriedigt werden. Zudem steige der Wohnraumbedarf bei gleicher Bevölkerungszahl durch die Zunahme von Single-Haushalten

Während viele Oberfürberger über die verdichtete Bebauung und die zusätzliche Verkehrsbelastung be-sorgt sind, sieht der Baureferent in dem Neubaugebiet nur eine Ausdehnung der bereits vorhandenen Siedlungsstruktur. Für den OB handelt es sich um einen in seiner reduzierten Größenordnung völlig unproblematischen Zuwachs, wie er etwa an der Vacher Straße, im Golfpark und in der Südstadt ohne größere Diskussionen hingenommen wurde.

15 Meter hoher Wall

Was neben der Bebauung der Landschaft beunruhigt ist ein entlang der Südwesttangente geplanter Lärmschutzwall. Mit seiner imposanten Höhe von bis zu 15 Metern droht er die freie Aussicht nachhaltig zu verhindern. Die Furcht vor massiven Erdbewegungen versuchte der Baureferent mit dem Hinweis zu nehmen, dass nicht an einen kompletten Erdwall gedacht sei, sondern an eine „grüne Wandkonstruktion“.

Den aufgebrachten Oberfürbergern sagte Krauße zu, ein Gerüst aufstellen zu lassen, mit dem die Höhe des Lärmschutzwalls vor Augen geführt werden kann. Außerdem soll innerhalb der nächsten drei Monate eine Auflistung der innerstädtischen Baulandpotenziale vorgelegt werden.

  

Volker Dittmar

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