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Adventsfensterln in der dunklen Jahreszeit

Fränkische Weihnachtsfreude: Seukendorfer und Hiltmannsdorfer treffen sich seit 15 Jahren - 07.12.2017 16:00 Uhr

Die Organisatorinnen Bärbel Schwab (li.) und Petra Tiefel mit Conner Linz, der beim Schmücken des Adventsfensters geholfen hat. © Foto: Peter Budig


Kaum werden die Tage kürzer und die Schals dicker, da sind auch die Kritiker zu hören: Die Vorweihnachtszeit sei nichts als ein Konsumrausch voller Hektik, von Besinnlichkeit und stader Einkehr keine Spur.

Bärbel Schwab aus Hiltmannsdorf und Petra Tiefel aus Seukendorf sehen das nicht so. Sie meinen, dass schöne Traditionen, die das Beisammensein fördern, eine sehr besinnliche Art sind, Weihnachten nahen zu lassen.

Der Brauch der kunstvoll verschönerten Adventsfenster ist in Süddeutschland zu Hause. Hier in Seukendorf-Hiltmannsdorf haben Waltraut Daum und Monika Schmidt-Rednitz damit begonnen. Gleich nach der Seukendorfer Kärwa werden die Mitmacher zusammengetrommelt. 22 Häuser und Geschäfte organisieren sich so beizeiten, um jeweils ein Fenster zu schmücken.

Wie beim Adventskalender wird jeden Abend ein anderes Fenster geöffnet, nur nicht am Tag des Adventsmarktes und am Heiligen Abend. Meist bereitet die Fenster-Familie einen Imbiss und einen Umtrunk vor.

Auch ein kleines Kulturprogramm wird organisiert: "Das ist sehr unterschiedlich und jedem, der mitmacht, frei überlassen. Oft tragen die Kinder der Familie etwas vor oder spielen ein Lied. Jeder kann einen Beitrag leisten", erklärt Bärbel Schwab das Prinzip. "Es hat sich eingebürgert, dass der Fensterschmuck sich thematisch an die Geschichte anlehnt", ergänzt Petra Tiefel.

Dabei ist "Fenster" durchaus weiter gefasst: "Viele schmücken tatsächlich ein Hausfenster. Andere wählen einen Baum im Garten. Es gab schon Mitmacher, die einen alten Fensterrahmen restauriert, geschmückt und irgendwo aufgestellt haben", erinnern sich beide. Das Ergebnis ist dann die abendliche Zusammenkunft, zu der jedermann willkommen ist: Zwischen 20 und 60 Leute – Kinder, Eltern, Großeltern treffen sich. In manchem Poesiealbum der Kinder steht dann in der Rubrik "Wo habt ihr euch kennengelernt?" die Antwort: "beim Adventsfenster". An jedem Fenster gibt es eine Spendenbüchse, das gesammelte Geld kommt in diesem Jahr der DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei) zugute.

Die unterschiedlichsten Leute machen mit: Familien, die Bäckerei Gräf oder der Rewe-Markt. So verschieden die Orte, so unterschiedlich geschmückt, groß, hoch, weit sind auch die Fenster. Am 2. Dezember hat die Familie Linz zu ihrem Fensterbeitrag eingeladen und sich etwas Hübsches einfallen lassen: Erst hat nur eine Kerze des aufgeklebten Adventskranzes eine angemalte Flamme – doch jeden Adventssonntag kommt eine weitere hinzu.

Das letzte Fenster, das heuer am 23. gefeiert wird, hat seit Jahren die Organisatorin Bärbel Schwab unter ihrer Obhut. Hier gibt es eine Besonderheit: Seit 1986 wird das "Friedenslicht" in Deutschland verteilt. Es wird in Bethlehem angezündet, mit dem Flugzeug nach Wien gebracht und erreicht von da aus durch viele junge Pfadfinder Deutschland, die es eigens abholen.

Traditionell kommt es am 3. Advent in die Lorenzkirche nach Nürnberg, und weil Familie Schwab schon immer den Pfadfindern nahe stand, erreicht ein Friedenslicht-Ableger das Eigenheim in Hiltmannsdorf. "Es war uns immer ein Anliegen, ein bisschen Besinnlichkeit und Tradition zurückzuholen. Ich merke, wie wichtig es vielen Menschen ist, dass wir zusammenkommen, ein bisschen ruhig sind und ein bisschen ausgelassen", erzählt Bärbel Schwab.

Orte und Termine im Internet unter (http://vg-veitsbronn-seukendorf.de unter "bevorstehende Veranstaltungen)  

PETER BUDIG

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