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Ärger mit Containern

Städte wehren sich gegen illegale Altkleidersammler - 08.07.2013 11:00 Uhr

Mit Erlaubnis der Stadt Fürth sammeln die Wohlfahrtsverbände mit Containern wie dem abgebildeten Kleiderspenden. Genehmigt sind außerdem die bunt bedruckten der Firma Efiba. Immer wieder tauchen aber andere auf.

Mit Erlaubnis der Stadt Fürth sammeln die Wohlfahrtsverbände mit Containern wie dem abgebildeten Kleiderspenden. Genehmigt sind außerdem die bunt bedruckten der Firma Efiba. Immer wieder tauchen aber andere auf. © Hans Winckler


— Das Geschäft mit Altkleidern ist lukrativ geworden. Für eine Tonne gut erhaltener Textilien bezahlen Händler, die die Ware weiterverkaufen, rund 400 Euro – das ist weit mehr als in früheren Jahren. Vor allem in Afrika ist die Nachfrage groß nach den Hosen, Kleidern und Blusen, die hierzulande ausgemustert werden. Der günstige Preis und die gute Qualität machen die Importe so beliebt. Nicht nur die Ärmsten versorgen sich auf den Gebrauchtwarenmärkten mit Kleidung; auch Afrikaner mit Geld greifen nach der Ware aus Europa, für sie sind vor allem Designerstücke interessant.

Um Altkleiderspenden zu bitten, kann sich also lohnen. Das erkennen immer mehr Firmen, darunter viele dubiose, die Container unerlaubt aufstellen. Die wilden Container sind ein Problem in vielen Städten – Fürth ist da ebenso wenig Ausnahme wie der Landkreis. Laut Bernd Kuch, Sprecher des Landratsamts, wollen sich die Bürgermeister der Landkreiskommunen demnächst treffen, um sich austauschen und sich rechtlich beraten zu lassen, wie sie sich gegen die Sammler wehren können.

Bislang ist das ein langwieriger Prozess. „Der Verwaltungsaufwand ist enorm“, sagt Oberasbachs Bürgermeisterin Birgit Huber. Wird ein widerrechtlich abgestellter Container entdeckt, sei es meist schwierig, die Verantwortlichen ausfindig zu machen, berichtet die zuständige Verwaltungsangestellte Birgit Seubert. Auf vielen der Behältern ist kein Firmenname, keine Adresse, sondern allenfalls eine Handynummer angegeben. Unter der Nummer wiederum erreicht man oft niemanden.
 

Keine Reaktion


Gelingt es doch, die Adresse festzustellen, reagieren die Firmen häufig nicht. Ein Beispiel: Bereits im Oktober hat der Oberasbacher Bauhof vier wilde Container entfernt. Seitdem seien die Firmen mehrfach aufgefordert worden, die Container vom Bauhofgelände abzuholen, so Seubert. Passiert ist nichts: „Sie vereinbaren Termine mit uns und dann erscheint niemand.“ Ende Mai verstrich die letzte Frist. Auf den Kosten für den Transport blieb bislang die Stadt sitzen.

Auch Privatgrundstücke sind kein Tabu. Jüngst baten Eigentümer die Stadt Oberasbach um Hilfe, weil auf ihrem Grundstück plötzlich ein Container stand. Da die verantwortliche Firma auch nach mehrfacher Aufforderung nicht handelte, hat die Stadt den Eigentümern nun geraten, eine schriftliche Fristsetzung am Container anzubringen, dies zu fotografieren und, wenn nichts passiert, das Ding abtransportieren zu lassen.

Auf ihrer Internetseite informiert die Stadt Oberasbach ihre Bürger bereits über die illegalen Sammlungen, betont, dass nur ein einziges Unternehmen, die Firma Alttextilhandel Uta Schurig, berechtigt ist, auf den öffentlichen Grundstücken Altkleider-Container aufzustellen. „Wenn diese gut angenommen werden, verringert sich das Problem mit den anderen“, glaubt Seubert.

In Fürth werden die Stellplätze seit 2002 nach Ausschreibungen vergeben. 60 sind für die Firma Efiba reserviert, ein bundesweit tätiges Unternehmen, das gebrauchte Kleider verwertet und weiterverkauft. Gute Ware geht in Secondhandläden oder ins Ausland. Was keiner mehr anziehen will, wird zu Putzlappen verarbeitet oder zu Dämm-Material für die Autoindustrie. Zehn Container dürfen von den Wohlfahrtsverbänden aufgestellt werden, die teils für Bedürftige sammeln, teils aber auch – und das ist die größte Menge – für den Weiterverkauf. Mit dem damit verdienten Geld werden soziale Projekte finanziert.

Nachdem die Stadt Fürth jüngst vier Firmen die Genehmigung verweigerte, Altkleider-Container aufzustellen, zogen diese vor das Verwaltungsgericht Ansbach. Am Donnerstag gaben ihnen die Richter Recht und hoben die negativen Bescheide auf. Grund ist eine Formulierung, die die Stadt in ihrem Vergabeverfahren gewählt hatte: Demnach wurden gegen Entgelt die Stellplätze überlassen – nicht aber „die Entsorgungsleistung“. Somit zähle das Argument nicht, dass durch die Konkurrenz der Vertrag mit Efiba verletzt würde. Die Stadt will nun laut Rechtsreferent Christoph Maier weitere Argumente prüfen. 

VON CLAUDIA ZIOB

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