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Auch eine Losbude kann fair sein

Roßtals Ausschuss war an neuen Ideen interessiert - 31.08.2016 13:00 Uhr

Ein kleiner Junge sitzt in Kota, in der indischen Provinz Rajasthan, auf einem Haufen Steine. Tausende Kinder schuften in Steinbrüchen des Landes für den europäischen Markt. Das soll sich ändern. Schließlich gibt es faire Alternativen, meinen nicht nur Roßtaler Aktivisten. © Foto: dpa/Doreen Fiedler


Es geht dabei um „faire Beschaffung“ — ein Thema für Frank Braun. Er arbeitet als sogenannter „Eine Welt-Promotor“ beim „Eine Welt Netzwerk Bayern“. Dieses wird vom Bund und vom Land Bayern getragen. Zu Brauns Aufgaben gehören unter anderem Bildung, Beratung und die Organisation von Aktionen.

Denn erst wenn alle Anschaffungen und Ressourcen in einer Gemeinde aus fairem Handel stammen, könne von einer erfolgreichen Umsetzung gesprochen werden, sagt Braun. „Fairer Handel ist zudem eine positive Werbung für die Kommune und soll die Öffentlichkeit sensibilisieren“, meint er weiter. Die Gemeinden hätten eine öffentliche Vorbildfunktion und sollten als Multiplikator agieren.

Für die Kommunen bedeutet das konkret, dass sie bei Neuanschaffungen auf Ausschreibungen verzichten sollten, da bei diesen stets nach dem günstigsten Angebot gesucht werde. Doch auch „Fair“ müsse nicht unbedingt teurer sein, was das „Eine Welt Netzwerk“ beweisen möchte. Dafür haben sie einen Koffer zusammengestellt, die den Gemeinden einen Überblick verschaffen, welche fairen Angebote es gibt. Es beginnt bei Textilien, geht über Papier bis hin zu Ökostrom und Bausteinen. In fast jeder Produktgruppe gebe es ökologische und faire Alternativen. Der Markt Roßtal möchte sich diesen Koffer leihen, um Ideen zu sammeln, wo auf eine faire Beschaffung umgestellt werden könnte.

Außerdem zeigt sich die Marktgemeinde sehr interessiert an einem weiteren Projekt des „Eine Welt Netzwerks“. In Nürnberg haben Frank Braun und sein Team zusammen mit der Awo ein Konzept ausgearbeitet, bei dem die Preise in der Awo-Losbude „Glückshafen“ sowohl ökologisch, fair als auch regional sind. Trotzdem rechnet sich das Modell. „Wenn man als Preis einen Plastikkamm im Wert von fünf Cent bekommt, am besten Kinderarbeit aus Fernost, so widerspricht das doch dem eigentlichen Sinn“, merkt Braun an.

Er möchte nun eine neue, neutrale Bude anschaffen, die an Gemeinden verliehen werden kann. Das Vorhaben ist noch in der Planungsphase. Doch sobald die „Öko-faire Losbude“ fertig ist, kann sie unter anderem auf Kirchweihen, Volksfesten und Jubiläen aufgestellt werden.  

Sven Grillenberger

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