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Auch Fürth setzt sich jetzt für kostenlosen Nahverkehr ein

Rathauschef träumt vom Verkehrsverbund VGN als Modellregion für Deutschland - 13.03.2018 05:14 Uhr

Jahr für Jahr steigen die Fahrpreise – ein Problem für viele Menschen. Den Nahverkehr künftig kostenlos anzubieten, kann nach Ansicht der Fürther Stadtspitze aber nur im Verbund funktionieren. © Foto: Winckler


In einem Brief an Jürgen Haasler, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg (VGN), bittet das Rathaus darum, die "interessante und mutige Diskussion" weiterzuführen. Absender sind Oberbürgermeister Thomas Jung und Hans Partheimüller, Geschäftsführer des kommunalen Versorgers infra.

Einig sind sie sich darin, dass es nicht nachhaltig sei, "Insellösungen" zu schaffen, wenn also nur einzelne Städte den ÖPNV kostenlos anbieten würden. Vor kurzem hatte sich Erlangen ebenso wie Augsburg und München als Modellstadt ins Spiel gebracht, in der der Bund Erfahrungen sammeln könnte. Man müsse den gesamten Verbund betrachten, findet indes der OB – von Lichtenfels bis Treuchtlingen, von Rothenburg bis Amberg – nur so könne ein umsetzbares Konzept entwickelt werden. Auf diese Weise könnte der VGN zu einer Modellregion für Deutschland werden. Jung und Partheimüller stehen dem VGN nach eigenen Worten als Partner zur Verfügung, um weitere Schritte zu erarbeiten.

Bund soll Kosten tragen

Was treibt den Oberbürgermeister bei seinem Vorstoß an? "Ich glaube", sagt Jung, "dass diese dauernde Preisspirale beim ÖPNV ein echtes Problem für viele Menschen ist." Natürlich gehe er nicht davon aus, dass sich ein kostenloser Nahverkehr in wenigen Wochen umsetzen lässt. Es gelte, langfristig zu denken. "Wenn Berlin eine Modellregion sucht, die sowohl städtisch als auch ländlich geprägt ist, dann sollte der VGN bereit sein."

Die Voraussetzung für einen Gratis-Nahverkehr, darin sind sich Jung und Partheimüller ebenfalls einig: Der Bund muss die Kosten übernehmen. Die städtische Tochter infra fährt Partheimüller zufolge mit dem ÖPNV in Fürth jedes Jahr ein Defizit von zehn bis zwölf Millionen Euro ein. Werden keine Fahrpreise mehr verlangt, verdopple sich das Minus locker. Außerdem: Wird Busfahren günstiger oder gar kostenlos, nutzen mehr Menschen das Angebot. Zuvor müsste also viel Geld in die Infrastruktur fließen, um beispielsweise den Takt auf den Strecken zu verbessern.

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Partheimüller findet es richtig, dass mehr und mehr "laut gedacht" wird und "neue Vorschläge auf den Tisch" kommen. Es sei höchste Zeit, Mobilität komplett anders zu konzipieren. Dazu zählt er auch Angebote wie Car-Sharing oder den Verleih von Elektro-Rollern. 

Johannes Alles

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