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Aufbrausende junge Helden

Streichhölzer spielten Schubert, Beethoven und Saint-Saëns - 23.03.2011 21:26 Uhr

Zur Einstimmung spielten die vereinigten Ensembles von Vor – und Nachwuchsorchester vier Deutsche Tänze von Franz Schubert. Die Gruppe beeindruckte nicht nur durch die Anzahl von etwa 50 (!) Jungmusikern, sondern auch durch eine erfreulich sichere Interpretation der anmutigen Stücke.

Ein erster Höhepunkt war das Violinkonzert von Camille Saint-Saëns, der dem breiten Publikum heute noch durch seinen amüsanten „Karneval der Tiere“ vertraut ist. Umso größer war die Freude, an diesem Abend sein anspruchsvolles Violinkonzert Nr. 3 genießen zu dürfen. Der großartige Eindruck war nicht zuletzt Valentina Pilny zu verdanken. Die 24 Jahre junge Solistin, die an der Hochschule für Musik in Saarbrücken studiert, ist übrigens ein original Streichhölzer-Gewächs und war auch Preisträgerin des Theatervereins. Sie meisterte die hohen technischen Anforderungen des Werks bis zum wagnerisch-triumphalen Schluss mit Bravour, reifer Interpretation und sattem Klang.

Nicht geringen Anteil an diesem Erfolg hatte bereits hier das Orchester, das nach der Pause zunächst Beethovens Ouvertüre zu „Coriolan“ spielte, ein Schauspiel eines heute vergessenen Autors. Die Motive spiegeln den teils aufbrausenden, teils zögerlichen Charakter des jungen Helden aus der altrömischen Historie. Den krönenden Abschluss bildete Franz Schuberts sechs Jahre vor dessen Tod entstandene „Unvollendete“. Das Werk wirkt wie eine Offenbarung, schwermütig-düster der erste, idyllisch-friedlich der zweite Satz.

Unter dem zupackenden Dirigat Bernd Müllers boten die sichtlich engagierten jungen Musiker bestens abgestimmtes Zusammenspiel, differenzierte Dynamik, kraftvolle Steigerungen und Wohlklang auch im zarten Pianissimo. In der derzeitigen Besetzung sind sie ein Maßstab für Laienorchester im Großraum.

  

Werner Rossmanith

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