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Die Liebe zum Tanz schwingt bei jeder Bewegung mit, wenn Barbara Schindler ihr Bein hebt und dabei den Fuß unverwechselbar grazil ausstreckt oder ihren Nachwuchsballerinas französische Anweisungen zuruft. Ihre langen braunen Haare sind zu einem lockeren Dutt gebunden, das filigrane Tattoo auf ihrem Arm wirkt genauso ästhetisch wie ihre Bewegungsabläufe. Die Mädchen blicken gebannt auf ihre Lehrerin, ahmen sie nach und probieren sich aus.
Bei den Kleinen wirkt alles noch spielerisch, die ersten Schrittfolgen klappen schon ganz gut. Noch besser geht es, wenn Barbara Schindler selbst mitmacht. Dabei kontrolliert die ausgebildete Tanzpädagogin stets ihre Schützlinge über die große Spiegelfront im Mehrzweckraum in der Mittelschule in Roßtal.
Hier noch das Bein etwas höher, dort die Arme heben, Rücken gerade — und schon sieht die Formation des Nachwuchses etwas gleichmäßiger aus.
„Die Kleinen“, wie Schindler die Altersgruppe acht bis elf Jahre nennt, können gar nicht genug vom Tanzen haben. Doch auch diese Stunde endet, zum Abschied legen alle die Hände zusammen. „Momentan haben wir noch keinen speziellen Gruß“, sagt die 35-jährige Tanzlehrerin, „weil es noch kein neues Stück gibt, das wir einüben.“
Letztes Jahr noch waren die Mädchen „Spione“ und haben damit sogar den ersten Preis in der Kategorie Showdance/Hip-Hop beim landesweiten Wettbewerb „Jugend tanzt“ gewonnen.
Doch auch die Großen standen den „Spionen“ in nichts nach: Mit dem Ballettstück „Sweet Dreams“ sicherten sie sich in der Altersklasse zwölf bis 16 Jahre ebenfalls den ersten Platz. „Das ehrt auch meine Arbeit“, sagt Schindler, die bereits an der neuen Choreographie zu Michael Endes Märchenroman „Momo“ arbeitet. Ab März beginnen dafür die Proben.
In den Tanzklassen geht es deshalb momentan eher ruhig zu. Bei den Großen setzen sich zuerst alle in einen Kreis. „Wir werden bei der Sportlerehrung dabei sein“, verkündet Schindler dem guten Dutzend junger Mädchen vor ihr. „Obwohl wir natürlich Künstlerinnen sind“, fügt die Tanzpädagogin an.
Schindler arbeitet neben dem Tanzunterricht am Nachmittag auch als Erzieherin. „Aber Tanzen ist mein Hauptberuf“, betont die 35-Jährige, die aufgrund ihres Umzuges aufs Land in den Amateurbereich zurückgekehrt war und im Jahr 2009 die Tanzklassen in Roßtal gegründet hatte.
Mittlerweile gibt es zehn verschiedene Tanzgruppen aller Altersstufen. „Manchmal machen wir auch Improvisationsstunden“, erzählt Schindler. Dann sind die Kinder selbst kreativ. Besonders gute Tanzschritte finden sich auch in den abschließenden Choreografien wieder, die die Tanzpädagogin selbst entwirft.
„Ich möchte die Liebe zum Tanz an die Mädchen weitergeben“, sagt die 35-Jährige, die bereits im Alter von drei Jahren mit dem Ballettunterricht begonnen hat.
Die positive Entwicklung ihrer Schützlinge freut Schindler nun ganz besonders, vor allem, wenn dabei auch noch Preise herausspringen. Dieses Jahr im Frühjahr geht es hoffentlich weiter mit dem Titelsammeln: Im Mai steht der Bundeswettbewerb „Jugend tanzt“ in Paderborn in Nordrhein-Westfalen an, zu dem beide Tanzgruppen eingeladen sind.




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