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Bäume müssen weichen

In Dambach wurde Platz gemacht für 15 Wohnungen - 22.02.2013 13:00 Uhr

Am Dienstag waren die Fälltrupps in der Forsthausstraße, Ecke Mozartstraße zugange. Gestern wurden die abgesägten Gehölze entfernt, die es zum Teil auf Stammumfänge von mehr als zwei Metern brachten.

Am Dienstag waren die Fälltrupps in der Forsthausstraße, Ecke Mozartstraße zugange. Gestern wurden die abgesägten Gehölze entfernt, die es zum Teil auf Stammumfänge von mehr als zwei Metern brachten. © Thomas Scherer


Das Bauprojekt ist seit längerem bekannt. Als am Dienstag aber die ersten Fällarbeiten begannen, waren die Anwohner in der Mozartstraße dennoch perplex. Der „Radikalschlag“ habe sie total erschreckt, berichtet eine Anwohnerin. Unter dem Eindruck des jüngsten Vorfalls am Hardsteg, bei dem ein Bauherr ohne Genehmigung Bäume des geschützten Auenwäldchens entfernen ließ, verständigte die besorgte Bürgerin kurzerhand sogar die Polizei.

Die schickte eine Streife vorbei und konnte bald Entwarnung geben: An der Forsthausstraße geht alles mit rechten Dingen zu. Das bestätigt auch Hans-Peter Kürzdörfer, Leiter des städtischen Ordnungsamtes. Mitarbeiter von ihm seien am Mittwochnachmittag vor Ort gewesen und konnten keine Verstöße gegen die erteilten Fällgenehmigungen feststellen.

Dennoch: Der Umfang der Fällaktion lässt aufhorchen. Von den 48 Bäumen fallen 43 unter die Baumschutzverordnung, weil sie einen Stammumfang von mehr als 60 Zentimetern aufweisen. Bei 15 davon ist der Stamm auf mehr als 150 Zentimeter angewachsen, das größte Gehölz, ein Ahorn, weist sogar einen Umfang von 274 Zentimetern auf. „Dieser Baum war allerdings nicht mehr in gutem Zustand und hätte eh bald gefällt werden müssen“, betont Kürzdörfer.

Als Ausgleich für diesen Verlust an Natur wurde dem Bauträger Sontowski & Partner auferlegt, 103 neue Bäume anzupflanzen. Da auf dem Grundstück nur 21 angesiedelt werden können, musste der Rest finanziell beglichen werden. Etwa 70000 Euro seien da geflossen, sagt Kürzdörfer. Mit dem Geld, das die Stadt in solchen Fällen einnimmt, sollen demnächst fünf große Flächen aufgeforstet werden. Mehrere Hektar würden bepflanzt, so Kürzdörfer, „da kann man schon viel Gutes tun“.

Zwar kann der Ordnungsamtsleiter die Bedenken von Anwohnern und Naturschützern gegenüber solchen Fällungen verstehen. Gleichwohl verweist er auf die „nicht nur in Fürth“ gängige Praxis: Wenn es einen gültigen Bebauungsplan für ein Areal gibt, müssen die störenden Bäume weichen. „Wer A sagt, muss auch B sagen“, meint Kürzdörfer. Außerdem sei es sinnvoll, zunächst die Innenstadt zu verdichten, bevor man zunehmend an den Stadtrand geht, um neue Wohnfläche zu schaffen.

  

Annika Peißker

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