Freitag, 19.10.2018

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Bayerischer Verdienstorden für Thomas Jung

Rathauschef gehört zu einem Fürther Quintett, das dieses Jahr geehrt wurde - 07.08.2018 13:36 Uhr

Zum zweiten Mal in seiner noch kurzen Amtszeit schaute Ministerpräsident Markus Söder (links) in Fürth vorbei. Für Oberbürgermeister Thomas Jung hatte er den Verdienstorden im Gepäck, für Jungs Ehefrau Heike gab es Blumen. © Foto: Winckler


Markus Söder reitet derzeit nicht unbedingt auf einer Euphoriewelle. "Söder unbeliebtester Landeschef" titelten die Fürther Nachrichten am Dienstag und beriefen sich dabei auf eine repräsentative Forsa-Studie, laut der 64 Prozent der Bayern mit der Arbeit des Ministerpräsidenten unzufrieden seien. Es ist der schlechteste Wert aller Regierungschefs von Flächenländern.

Am Tag dieser Schlagzeile kam Söder, erst seit März dieses Jahres bayerischer Ministerpräsident, persönlich nach Fürth – und trug das von ihm gewohnte Maß an Selbstbewusstsein zur Schau. Im Reisekoffer hatte er einen Bayerischen Verdienstorden.

Die waren eigentlich schon Ende Juni in der Münchner Residenz an 64 Persönlichkeiten des Freistaats verliehen worden, doch damals fehlte einer der frisch gebackenen Ordensträger: Fürths Oberbürgermeister konnte die Ehrung aus privaten Gründen nicht entgegennehmen. Jetzt wurde die Verleihung nachgeholt.

Hervorragende Verdienste

Vergeben wird der Orden für "hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk". Die Zahl der lebenden Ordensträger ist auf 2000 begrenzt. Politiker und Unternehmer sind ebenso darunter wie Sportler, Künstler oder Menschen, die sich über die Maßen sozial engagieren.

Fürth sei in diesem Jahr sehr stark vertreten, sagte Söder auf der Dachterrasse des Café Terrazza hoch über den Dächern der Stadt. Ein Grund: Er habe eine gewisse "südbayerische Lastigkeit" erkannt, so der Ministerpräsident, deshalb seien in diesem Jahr besonders viele "starke Franken" geehrt worden.

"Ich habe großen Respekt vor deiner Lebensleistung", sagte der christsoziale Söder zu seinem sozialdemokratischen Duzfreund Jung. Fürth habe sich unter dessen Führung im vergangenen Jahrzehnt deutlich zum Besseren verändert. Zwar hätten dazu viele beigetragen – auch der Freistaat, wie Söder betonte. Dennoch: "Du hast Fürth geprägt", lobte er den Oberbürgermeister. Zudem habe Jung trotz Stimmergebnissen bei den Kommunalwahlen von 80,1 Prozent (2008) und 73 Prozent (2014) nie die Bodenhaftung verloren. "Du magst die Menschen", bescheinigte ihm der Ministerpräsident.

Thomas Jung wurde bereits 1984 im Alter von 22 Jahren für die SPD in den Stadtrat gewählt. Von 1994 an saß der heute 57-Jährige als Abgeordneter im Bayerischen Landtag, ehe er 2002 als Oberbürgermeisterkandidat antrat und im ersten Anlauf den Christsozialen Wilhelm Wenning aus dem Amt verdrängte. Gesellschaftlich engagiert sich Jung unter anderem seit über 20 Jahren als Vorsitzender der Lebenshilfe Fürth.

Seine Heimatstadt, sagte Jung, sei jahrzehntelang unterschätzt worden. Er habe es sich zur Aufgabe gemacht, dass Fürth "auf Augenhöhe wahrgenommen" werde. Steter Antrieb sei die Liebe und Verbundenheit zur Kleeblattstadt. In letzter Zeit bewege ihn aber noch etwas anderes: Angesichts eines aufkeimenden Rechtspopulismus gelte es, die Demokratie zu verteidigen. 

JOHANNES ALLES

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