Mittwoch, 21.11.2018

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Begehrte Häuser: Was wird aus Eichamt und Wache?

Mehrere Wunschlisten — CSU will Räume fürs Schliemann, die Jugend ein Zentrum - 06.11.2018 21:00 Uhr

Bisher wird das Eichamt, das hinter der Feuerwache an der Pegnitz liegt, von der Berufsfeuerwehr und dem Heinrich-Schliemann-Gymnasium genutzt. Die Schule braucht dringend noch mehr Platz. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Es wird schon geträumt und an Plänen gebastelt, obwohl die grundsätzliche Frage noch gar nicht geklärt ist: Wird es überhaupt dazu kommen, dass über die Nutzung von Wache und Eichamt frei entschieden werden kann?

Noch ist ja nicht klar, ob das Heinrich-Schliemann-Gymnasium (HSG) tatsächlich einen gänzlich neuen Schulkomplex auf dem Wolfsgruberareal bekommt. Oder ob es nicht doch am alten Standort an der Königstraße erweitert wird und die Feuerwache Teil der Schule wird, wenn die Berufsfeuerwehr – voraussichtlich im Frühjahr 2020 – auszieht. 2019 erst will der Stadtrat sich festlegen.

Die Zeit bis dahin aber wollen immer mehr Menschen nicht ungenutzt verstreichen lassen. Wie berichtet, hat man im Kulturreferat bereits die Vision von einem "Kultur- und Kreativzentrum" entwickelt, das in der Feuerwache entstehen könnte: mit Ateliers für Künstler, Co-Working-Räumen, Probenräumen für Bands, Platz für die kunst galerie, einem jugendkulturellen Zentrum im Eichamt. . . Wie gesagt: falls das Schliemann-Gymnasium umzieht. Vorerst denkt man in dem Referat an eine Zwischennutzung von drei bis fünf Jahren, bis eine Generalsanierung in Angriff genommen wird.

Ein selbstverwaltetes Zentrum im Eichamt: Davon träumte zur gleichen Zeit auch die "Aktion Protestgarten". Das Gebäude, heißt es in einer Pressemitteilung, schien "nahezu perfekt für unser Vorhaben". Die Innenstadtlage mache es erreichbar für jeden, und auch die Raumaufteilung gefiel der Gruppe. Mit Bedauern habe man nun erfahren, dass das Rathaus andere Vorstellungen für das Haus hat.

Zur Erinnerung: Die "Aktion Protestgarten" ist jener Zusammenschluss junger Fürther, die im Juni mit einer Aktionswoche für mehr Freiräume und Treffpunkte kämpften. Sie erreichten rasch erste Erfolge. Am Flussdreieck wurde ein neuer Grillplatz ausgewiesen, und manche Regelungen für den Skatepark und andere Grünanlagen wurden gelockert.

Auch ein Runder Tisch wurde eingerichtet, die Stadtspitze wollte im Gespräch mit der Jugend bleiben. Irgendwann in dieser Zeit muss es zu einem Missverständnis gekommen sein. Zwar hatte das Rathaus den jungen Menschen signalisiert, dass sie womöglich die Feuerwache zwischennutzen könnten. Doch während die "Aktion" ans Eichamt dachte, das die Feuerwehr bislang mitnutzt, dachten der OB und der Bürgermeister an die alte Wache.

Seit Mitte August hat eine zehnköpfige "Konzeptgruppe Selbstverwaltetes Zentrum" an Plänen fürs Eichamt gefeilt, die man der Stadt vorstellen wollte. Kürzlich mussten die jungen Planer feststellen, dass daraus nichts werden wird. "Zwei Drittel des Gebäudes werden schon vom Heinrich-Schliemann-Gymnasium genutzt", sagt Bürgermeister Markus Braun auf FN-Nachfrage. Sinnvoll scheine es daher, auch den Rest des Hauses schulisch zu nutzen. Neben dem HSG, das dringend mehr Platz braucht, böte es sich an, hier die Schule der Phantasie anzusiedeln, die Kindern kreative Angebote macht.

Auch die CSU setzt sich jetzt mit einem Antrag an den Stadtrat dafür ein, dem Schliemann-Gymnasium nach dem Auszug der Feuerwehr auf jeden Fall in der Wache Platz – für die Verwaltung, für Musik- und Kunstunterricht – zur Verfügung zu stellen und so die akute Raumnot zu lindern.

Braun, der sich demnächst mit Vertretern der "Aktion Protestgarten" und des HSG treffen möchte, mahnt unterdessen zur Geduld: Die Feuerwehr werde das alte Quartier nicht vor 2020 verlassen. Zuallererst müsse untersucht werden, welche Bereiche der Wache sich überhaupt mit vertretbarem Aufwand für eine Zwischennutzung herrichten ließen. Erst danach könne man vernünftig weiterplanen. 

Claudia Ziob

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