Mittwoch, 20.03.2019

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Bibertbahn: Flitzen bald Radler auf der Trasse?

Landkreis schafft Voraussetzung, um Schnellweg Zirndorf–Nürnberg zu realisieren - 01.12.2018 10:00 Uhr

Die Brücke über Rednitz und Rothenburger Straße nahe der Kreuzung Fürth-Süd ist der markanteste Bestandteil der alten Bibertbahntrasse. Kommt der Radschnellweg, wäre hier ein neues Bauwerk fällig. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Dort, wo bis 1986 die Züge der Bibertbahn übers Gleis rumpelten, sollen künftig Radler entlangflitzen. Wunschtermin ist das Jahr 2025. Dann wird nämlich die U-Bahnlinie 3 bis Nürnberg-Gebersdorf fahren und Pendlern im Sattel den Umstieg auf den ÖPNV ermöglichen.

Vor fünf Jahren stellte bereits die Stadt Nürnberg beim Eisenbahn-Bundesamt den Antrag, die letzten 610 Meter der Trasse auf ihrem Grund von "Bahnbetriebszwecken" freizustellen. Denn: Die Stadt braucht die Flächen unter anderem für den Bahnhof und die Betriebsgebäude der U 3.

Der Landkreis hatte da freilich längst Gegenposition bezogen: Ein Kreistagsbeschluss vom Sommer 2012, der nach wie vor gültig ist, sah vor, an der eisenbahnrechtlichen Widmung festzuhalten. Selbst wenn hier einmal keine Züge mehr rattern sollten, lautete damals die Überlegung, wolle man sich eine "strategische Option für eine verkehrliche Nutzung" erhalten. Letzteres schreibt die Landkreisverwaltung so in ihrer Vorlage.

Spätestens jedoch seit das Eisenbahnbundesamt dem Nürnberger Ansinnen im vergangenen Jahr allen Einsprüchen zum Trotz stattgegeben hat, war Überlegungen dieser Art die Grundlage entzogen. Denn die Trasse auf Landkreisgebiet war damit amputiert, hatte keinen Anschluss mehr an den Gleiskörper in Nürnberg.

Auf dem rund 4,4 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen Fürth-Süd und Leichendorf geht es um mehrere Grundstücke im Besitz des Landkreises bzw. der Stadt Zirndorf. So lange die Flächen, über die die Gleise laufen, nicht entwidmet sind – ein Akt, der sich durchaus über mehrere Jahre ziehen kann –, dürfen sie auch nicht anderweitig genutzt werden. Laut Ausschussvorlage gab es auf Verwaltungsebene bereits ein Gespräch mit der Bibertstadt, wobei Zustimmung für den Schritt signalisiert wurde. Die Zirndorfer prüfen aber, ob es noch einen Beschluss des Stadtrats braucht. Der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreises hat den Entwidmungs-Antrag schon gutgeheißen.

Untersuchungen laufen

"Wir wollen nicht das Risiko eingehen, einen Radweg zu bekommen und dann nicht bauen zu können", erläuterte Landrat Matthias Dießl die neue Ausgangslage. Derzeit lässt das Staatliche Bauamt Nürnberg auf der Trasse Fauna und Flora untersuchen. Dies wird etwa zwölf Monate dauern. Danach sollen die Planungen beginnen, dafür ist mit weiteren zwei bis drei Jahren zu rechnen.

Die Zirndorfer Kreisrätin Elke Zahl (SPD) wusste von ganz anderen Problemen zu berichten. So führen ihrer Beobachtung nach immer mehr Einfahrten von der Rothenburger Straße aus zu Firmen – und zwar über die Bibertbahngleise. Konkret berichtete sie von Aufschüttungen auf Oberasbacher Stadtgebiet. Zahl befürchtet negative Auswirkungen auf den künftigen – möglichst kreuzungsfreien – Radweg. Im Landratsamt war davon nichts bekannt. Dießl sicherte aber zu, die Baukontrolle zu aktivieren, um der Sache nachzugehen. 

Harald Ehm

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