Mittwoch, 14.11.2018

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Bitte mehr Unordnung in der Landschaft

BN trifft Landwirte und Bürgermeister: Weniger Mulchen und Mähen hilft der Artenvielfalt - 25.05.2018 16:00 Uhr

An den Straßen darf es nicht nur blühen, sondern ruhig auch ein wenig wuchern. Stein und Wilhermsdorf verzichten hier zum Teil aufs Mähen. © Foto: Weigert


Zwei Maßnahmen könnten sich rasch umsetzen lassen: weniger Mulchen, also das Bedecken von Grünflächen mit organischem Material, und weniger Mähen. Als Vertreter der Imker war Konrad Müller vor Ort, er berichtete von unterschiedlichen Erfahrungen mit den Kommunen damit. Als positive Beispiele hob er Stein und Wilhermsdorf hervor, die Blühflächen anlegen und auf das Mähen an Straßenrändern zum Teil verzichten.

Müller vermutet außerdem, dass in einigen Kommunen Gärtner und Fachkräfte angestellt seien – während es in anderen den Mitarbeitern aus fachfremden Bereichen an der Sensibilität für die Bedeutung von Blühflächen fehle.

"Das war doch nur Unkraut"

So konnte Imker Müller von einem Gespräch mit einem Cadolzburger Mitarbeiter berichten, den er auf das Abmähen einer blühenden Fläche angesprochen habe. Zu Antwort habe er erhalten: "Des war doch nur Unkraut."

Wilhermsdorfs Bürgermeister Uwe Emmert unterstrich, dass auch bei den Bürgern eine solche Einstellung nicht selten sei. Es werde ein "ordentliches Aussehen" verlangt; insbesondere bei Anlässen wie der Kirchweih wünschten sich manche, dass das Gras an den Straßenrändern kurz und grün ist.

Emmert wies außerdem darauf hin, dass es keine Maschinen im Landkreis gebe, die längeres Schnittgut mähen und automatisch aufladen könne. Der Einsatz mit der Motorsense und das anschließende Rechen seien hingegen unfallträchtig, anstrengend und zeitintensiv.

Für ein bisschen mehr Unordnung in der Flur sprach sich Gastgeber Peter Köninger aus. Landwirtschaftlich nicht genutzte Flächen sollten nicht vor Ende Juni/Anfang Juli gepflegt werden, denn viele Wildkräuter blühen dann erst. Das Mulchen an Wegrändern oder nahen Teichen könnte in Köningers Augen ganz unterbleiben, um auch den Pflanzen, die magere Böden benötigen, einen geeigneten Ort zu bieten.

Dagmar Nitsche und Sabine Lindern, beide vom Bund Naturschutz im Landkreis Fürth, haben den Eindruck, dass oft aus Unwissenheit und falsch verstandener Ordnungsliebe gegen die Natur gehandelt werde. Sie sprechen sich für einen Kompromiss aus: An Wegen wird nur noch ein 30 Zentimeter breiter Streifen gemäht, der Rest darf blühen.

Mähplan für den Bauhof

Erst im späten Herbst oder im nächsten Frühjahr wird die Fläche abgeräumt. Als beispielgebend nannten die BN-Vertreter Veitsbronn. Die Kommune hat einen Mähplan für die Bauhofmitarbeiter erstellt. Sie appellierten auch an Privatleute, im eigenen Garten Blumen und Sträucher anzupflanzen, die Insekten Nahrung bieten. 

fn

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