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Der Bogen enthält Hinweise zu den einzureichenden Unterlagen und ist zu kriegen beim Kulturamt der Stadt unter Tel. 9741681, per Mail über kultur@fuerth.de. Der ausgefüllte Bogen mit sämtlichen Anlagen muss bis spätestens 30. April (Datum des Poststempels) vorliegen.
„Mit den Anregungen aus der Bevölkerung“, so Kulturamtsleiterin Claudia Floritz, „soll es möglich sein, auch Pflänzchen aus dem Dunkel zu holen, die man vielleicht noch nicht wahrgenommen hat.“ Das Kuratorium, dessen Zusammensetzung der Stadtrat in seiner Sitzung kurz vor Weihnachten ebenfalls neu definierte, wird über die Anregungen beraten.
Wie berichtet, hat die Kommune die als Sparmaßnahme begründete Vergabe der Kulturförderpreise im Zwei-Jahres-Rhythmus (statt bislang jährlich) mit einer Überarbeitung der Richtlinien verknüpft. Neu sind sogenannte Anerkennungspreise an Personen, Gruppen und Einrichtungen für kontinuierliches und/oder herausragendes kulturelles Engagement in der Stadt. Eine Überarbeitung habe ihr, Floritz, „schon lange am Herzen gelegen“, weil es nie möglich gewesen sei, jenseits der KulturförderpreisAltersgrenze von 35 Jahren eine Anerkennung auszusprechen für jene Künstler, die sich um das „spezifische Fürther Flair kümmern, aber eben nicht eine personenbezogene, originäre künstlerische Leistung erbringen“.
Kurzum: Der Anerkennungspreis schließt die Lücke zwischen Förderpreis und Lebenswerk-Würdigung (in Form des großen Kulturpreises). Zugleich entfällt ab diesem Jahr die Altersbeschränkung beim Kulturförderpreis; den können nun auch Personen bekommen, deren künstlerischer Werdegang erst später begonnen hat.
Pro Preisvergabejahr stehen 12000 Euro Preisgelder zur Verfügung. Dieser Betrag kann je nach Vorschlägen variabel aufgeteilt werden. Der Kulturpreis der Stadt Fürth — laut Richtlinie „an eine durch Geburt, Leben oder Werk mit Franken verbundene Persönlichkeit“ — schlägt zu Buche mit 6000 Euro, die Kulturförderpreise sind mit je 2000, die Anerkennungspreise mit je 3000 Euro ausgestattet.
Neu zusammengesetzt ist in diesem Jahr auch das Kuratorium. Lag die Gewichtung früher auf Musik (unter anderem vier Vertreter von der Musikschule Fürth, Gesangsvereinen, Instrumental- und Kirchenmusik) und Bildender Kunst (Leiter von kunst galerie fürth, Stadtmuseum, Fürther Gesellschaft der Kunstfreunde und Kulturring C), so grübelt nun ein Gremium aus zwei Vertretern des literarischen Spektrums, einem Kulturredakteur sowie je einem Abgesandten aus Tanz/Theater, Bildender Kunst und Musik, die einmalig wiedergewählt werden können, gemeinsam mit den „geborenen Mitgliedern kraft Amtes“. Sie waren schon immer an Bord und bleiben es auch, nämlich Kulturreferent(in), Leiter der kunst galerie fürth, Stadttheater-Intendant, Musikschulchef und Kulturamtsleiter(in).
Nicht mehr dabei ist auf eigenen Wunsch der Stadtarchivar und Stadtmuseumschef. Martin Schramm, der beide Ämter seit 2010 bekleidet und als Nicht-Fürther demzufolge die lokale Kulturszene erst seit kurzem wahrnehmen kann, zieht es vor, sich seinen Kernaufgaben zu widmen. Die Gesellschaft der Kunstfreunde wiederum, bislang mit Kuratoriums-Stammplatz ausgestattet, weicht einem „berufenen“ Kunst-Vertreter, der bis mindestens 2016 Axel Voss heißt. Beratende Funktionen haben weiterhin Vertreter der Fürther Stadtratsfraktionen. Das Kuratorium empfiehlt den oder die Preisträger, es entscheidet wie eh und je der Stadtrat.
Kulturförderpreise verleiht die Stadt seit 1966 jährlich, in unregelmäßigen Abständen den Kulturpreis. Erster Geehrter war 1970 Komponist Werner Heider, als zehnter und bislang letzter Preisträger erhielt 2009 Maler Oliver Boberg Geld und warme Worte. In die Preisverleihung 2012 — heuer am 15. November im Kulturforum statt wie bisher im Stadttheater — mit einbezogen wird erstmals auch die Verleihung der Leonhard und Ida Wolf Gedächtnis-Preise zur Förderung junger Künstler. Dies verschlanke, so Floritz, Aufwand und Kosten.
Den gemeinsamen Festakt der Stadt mit dem Theaterverein indessen gibt es seit 2011 nicht mehr. Die Initiative, getrennte Wege zu gehen, ging vom veranstaltenden Kulturamt aus, Begründung: ein allzu drastisches Niveaugefälle zwischen Kultur(förder)preisträgern und Jungtalenten, ferner ein nicht enden wollender Festakt, der im Lauf der Jahre an Attraktivität in der Öffentlichkeit eingebüßt habe. Im Herbst vergangenen Jahres organisierte der Theaterverein die Verleihung seiner Josef-Peter-Kleinert-Gedächtnispreise, wie die Talentpreise seit 2009 heißen, im Stadttheater im Alleingang.



