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Dienstag, 18.09.2018

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Cadolzburg kauft künftig fair ein

Die Kommune setzt auf besonders gekennzeichnete Produkte - 02.04.2018 16:00 Uhr

Die Vielfalt an fairen Waren ist groß. Auch Kommunen wollen das für ihren Bedarf nutzen. © Archivfoto: Thomas Scherer


Der Langenzenner Stadtrat Bernhard Heeren stellte seinen Kollegen aus Cadolzburg Beispiele vor, wie die erste Fair-Trade-Stadt im Landkreis Fürth vermehrt faire Produkte einsetzt. Dabei soll verhindert werden, dass weder Menschen noch die Natur für die Herstellung ausgebeutet wurden.

Als Paradebeispiel nannte Heeren das Leasing von Arbeitskleidung für die Mitarbeiter des Bauhofs: Bei einer neuen Ausschreibung habe Langenzenn auf ein Siegel geachtet, das für fairen Handel stehe, erklärte Heeren. Zwar habe es noch ein billigeres Angebot gegeben, doch die Kommune hätte sich für das faire Angebot entschieden und trotzdem noch 1500 Euro pro Jahr eingespart, berichtete Heeren.

Nicht immer seien fair gehandelte Produkte aber billiger. "Man muss mit Kostensteigerungen rechnen", warnte Heeren. Je nach Branche stehen unterschiedliche Siegel für ein faires Produkt, das zum Beispiel ohne Kinderarbeit entstanden ist oder bei dessen Herstellung auf soziale Kriterien geachtet wurde. Näherinnen zum Beispiel sollten ausreichend für ihre Arbeit entlohnt werden.

Bei der "Orientierung im "Siegel-Dschungel" helfen entsprechende Seiten im Internet, "die Erfahrung der Stadt Langenzenn oder Sophia Fettinger von der Fairtrade-Servicestelle im Landratsamt Fürth", erläuterte Bernhard Heeren.

In Cadolzburg werden bisher Geschenkkörbe im örtlichen Eine-Welt-Laden erstanden, berichtete Bürgermeister Bernd Obst. Unter den fünf Getränken, aus denen Mitglieder des Gemeinderats während den Sitzungen wählen können, ist eine fair gehandelte Limonade. Seit kurzem trägt das Druckerpapier in der Verwaltung das Siegel des Blauen Engels.

Mit dem einstimmigen Beschluss hat der Gemeinderat die Verwaltung der Marktgemeinde und der Gemeindewerke beauftragt, in Zukunft möglichst fair gehandelte Produkte zu beschaffen.

Nach dem Vorbild Langenzenns soll auch baldmöglichst die Satzung des Friedhofs so angepasst werden, dass nur noch Grabmale aufgestellt werden dürfen, die nachweislich ohne ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt worden sind. 

Martin Kypta

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