Vor ziemlich genau einem Jahr legte die Fürther Zweitligareserve zu Beginn der Saison drei Siege in Folge hin und rangierte nach dem dritten Spieltag an der Tabellenspitze. Kleeblatt-Trainer Frank Kramer warnte damals eindringlich davor, die ersten Ergebnisse zu hoch zu hängen. Die starken Gegner, so der Coach, kämen noch. Vor dem Spiel in Freiburg hatte Kramer ebenfalls gemahnt, dass sein Team sich trotz der beiden Auftaktsiege steigern müsse, um im Breisgau gegen die spielstarken Freiburger etwas mitnehmen zu können - und er sollte Recht behalten, denn ein dritter Sieg in Folge war dem "kleinen Kleeblatt" diesmal nicht vergönnt. Lediglich den Ehrentreffer durch Stefan Vogler, der neben Marius Strangl als Nachwuchs-Lizenzspieler die U23 verstärkte, erzielte das Team von Trainer Frank Kramer - zu einem Zeitpunkt, als die Partie schon lange entschieden war.
"Im Unterschied zu den ersten beiden Spielen sind wir heute für unsere Fehler eiskalt bestraft worden", zog Kramer ein nüchternes Fazit und nannte die fehlende Abgeklärtheit seiner Jungs vor dem Tor als einen wichtigen Grund für die Niederlage: "Wenn du gegen eine Mannschaft wie Freiburg klare Chancen hast, dann musst du die nutzen." Bereits im ersten Durchgang hatten, allerdings eben nach guten Chancen auf Fürther Seite unter anderem durch Felix Klaus, die Freiburger Daniel Sereinig (29.) per Kopf nach einem Freistoß und Scipon Bektasi (34.) nach einem Fehlpass der Gäste die Gastgeber innerhalb von nur fünf Minuten mit 2:0 in Führung gebracht. "Da hast du das Gefühl, jetzt klappt es gleich, und dann kriegst du ein Tor nach Standard", seufzte Kramer.
Nach dem Seitenwechsel waren es dann nur zwei Minuten, die Christian Bickel (60.) und Simon Brandstetter mit ihren Treffern zum 3:0 und 4:0 brauchten, um die Partie endgültig zugunsten des SC entschieden. Erneut hatte die SpVgg zuvor eine hundertprozentige Möglichkeit durch Jim-Patrick Müller vergeben. Fürth zeigte sich auch nach dem 4:0 weiter bemüht, doch das Spiel war gelaufen. "Gegen so eine Mannschaft ist es schwer, nach einem Rückstand nochmal zurückzukommen", sagte Kramer. "Die gehen gar nicht mehr unbedingt aufs fünfte Tor, sondern lassen einfach den Ball laufen." Voglers Tor in der Schlussminute war nur noch Kosmetik. Die Gelegenheit, zu beweisen, dass sie auch mit den besseren Teams der Liga mithalten kann, bekommt die Kleeblatt-Reserve schon bald. Am kommenden Samstag kreuzt mit dem KSV Hessen Kassel ein Team in der Trolli-Arena auf, das von vielen zu den ganz heißen Aufstiegsaspiranten gezählt wird. Kramer ist gespannt: "Es wird interessant sein zu sehen, wie schnell wir aus solchen Spielen wie heute lernen."
SpVgg Greuther Fürth II: Krüger - Philp, Kleineheismann, Bauer (55. Maas), Roth - Baumgärtel, Strangl (42. Welzmüller) - Klaus, Schaab - Vogler, J.-P. Müller Schiedsrichter: Bischof (Külsheim). - Zuschauer: 250. - Tore: 1:0 Sereinig (29.), 2:0 Bektasi (34.), 3:0 Bickel (60.), 4:0 Brandstetter (61.), 4:1 Vogler (90.)