Es ist so eine Sache, aus der Entfernung zu beurteilen, was in einem Verein vor sich geht. Sind die Spieler und das Umfeld von Union Berlin fokussiert auf das heutige Treffen mit der SpVgg? Oder hat das allgegenwärtige Thema Derby der Konzentration doch geschadet?
Schlauer wird man zwar erst heute am späten Nachmittag sein, wenn Schiedsrichter Christian Bandurski in der Alten Försterei abpfeift. Doch ist es nicht von der Hand zu weisen, dass man in den Fußballkreisen der Hauptstadt der Auseinandersetzung zwischen Hertha und Union entgegenfiebert. Jahrzehnte lang war die Hertha die unangefochtene Nummer eins an der Spree.
Daran konnte auch das kurzfristige Aufflackern von Tasmania, Blau-Weiß 90 oder Tennis Borussia nichts ändern. Nun aber sind die Herthaner wieder einmal in die Zweitklassigkeit abgestürzt und müssen sich, zumindest was die Ligenzugehörigkeit angeht, mit Union auf Augenhöhe messen. Immerhin haben die Köpenicker im Vergleich zu den drei oben genannten Klubs nicht nur wesentlich mehr Fans, sondern auch ein viel höheres Sympathiepotenzial und sind deshalb eine ernsthafte Konkurrenz.
Denn während der dreimalige Deutsche Meister Hertha (33 Millionen Saisonetat) mit Geld um sich geworfen hat, um eine möglichst aufstiegsreife Mannschaft zusammenzukaufen, setzt man bei Union auf Zusammengehörigkeitsgefühl. Mit einer Kraftanstrengung wurde der Etat um 30 Prozent erhöht, liegt mit sechs Millionen Euro aber immer noch im unteren Bereich der Zweiten Liga. An der Alten Försterei beruft man sich auf andere Faktoren als das große Geld. Die Treue der Fans, die mithalfen, das Stadion zu modernisieren, ist sicher das größte Pfund, mit dem Union wuchern kann.
Heute erwarten die "Eisernen" rund 12000 Anhänger. Am vierten Spieltag (17. bis 20. September) ist es dann so weit. Hertha tritt bei Union an. Heute aber muss Union erst einmal gegen das Kleeblatt ran. Und das möglicherweise mit einem geschwächten Kapitän Torsten Mattuschka, der wegen einer Erkältung außer Gefecht war. Dabei brauchen die Berliner gerade gegen Fürth ihren Spielführer, der im Mittelfeld mit Routine die Fäden in der Hand hält.
Trainer Uwe Neuhaus warnt vor der SpVgg, die in der vergangenen Saison als erste Mannschaft die Köpenicker zu Hause besiegen konnte. Dass die SpVgg fast mit dem gleichen Personal anreise wie im vergangenen Jahr, solle seinen Mannen Warnung genug sein, betont Neuhaus. Zudem droht, sollte sich die 1:2-Niederlage aus der Vorsaison wiederholen, ein Fehlstart in die Spielzeit. Von den vier folgenden Partien müssen die Berliner nämlich drei auswärts absolvieren.




Bewerbungen für den NN-Kunstpreis werden ab 1. März 2012 entgegengenommen. Die Teilnahmebedingungen finden Sie
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