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„Es geht nur miteinander oder gar nicht.“ Dies machte Norbert Tresch bei der Bürgerversammlung vor gut 80 Zuhörern deutlich. Er war einer von 24 Teilnehmern, die sich bei einem Einführungsseminar in Klosterlangheim mit dem Thema Flurneuordnung und Dorferneuerung intensiv beschäftigt hatten. Auch Gerhard Lauchs war dabei, nach eigenen Angaben ein „sehr kleiner Grundstücksbesitzer“, aber dennoch engagiert: „Wir leben alle in einem Dorf, wenn die Möglichkeit zum gemeinsamen Gestalten gegeben ist, dann sollte man das auch wahrnehmen.“
Schon zu Beginn des Seminars, berichteten Lauchs und Tresch, wurden Befürchtungen konkret angesprochen. „Streit vor allem, wenn’s dann ans Eingemachte geht, war ein großes Thema“, gibt Tresch zu. Aber auch explodierende und unvorhersehbare Kosten gehörten zu den Sorgen.
Sowohl Bürgermeister Johann Völkl wie auch Bauoberrat Ingo Steinbrecher vom Amt für ländliche Entwicklung Mittelfranken stellten aber klar: „Das Seminar diente rein zur Vorbereitung, es wurde noch gar nichts entschieden.“
Dies unterstrichen auch die Teilnehmer. „Wir haben darüber geredet, was ein Dorf, was unser Dorf ausmacht, welche Themen uns interessieren und haben Methoden kennengelernt, wie wir diese angehen können.“ Mit „Soge“ — sammeln, ordnen, gewichten, entscheiden — „ist uns etwas an die Hand gegeben worden, das man auch fürs Berufsleben brauchen kann“, sagte Lauchs.
Weitere wichtige Erkenntnis: „Wenn man miteinander redet, dann schafft man auch was.“ In einem sogenannten Dorfbarometer hielten die Männer und Frauen fest, über welche Themen es sich aus ihrer Sicht zu reden lohnt. Anja Lämmermann und Harald Beck stellten dazu die Überlegungen ihrer Gruppe dar.
Gleiches konnten die anwesenden Roßtaler bei der Bürgerversammlung durch die Vergabe von Punkten ebenfalls machen. Das erstaunliche Ergebnis: die eingefangene Stimmung in Klosterlangheim und das Meinungsbild in Roßtal stimmten fast überein. Demnach brennen das Straßenwegenetz, das Ortsbild, das landwirtschaftliche Wegenetz, die Flurneuordnung, die Außen- und Innenentwicklung der Dörfer und das dörfliche Leben den Bürgern am meisten auf den Nägeln.
Zum Abschluss des Abends wurden zwei Arbeitsgruppen gegründet. In den kommenden 14 Monaten sollen sie zunächst eine Bestandsaufnahme und Ist-Analyse vornehmen, danach Ziel- und Leitbild und schließlich konkrete Maßnahmen entwickeln.
Nach dieser Vorbereitung, die mit der Präsentation der Ergebnisse der Arbeitskreise endet, entscheidet das Amt für ländliche Entwicklung über den Beginn des Verfahrens. Den Antrag dafür hat der Markt quasi für ganz Roßtal bereits formlos gestellt. Dann wird der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft gewählt, der gemeinsam mit dem Marktgemeinderat die Entscheidungsebene darstellt. „Die unverbindliche, aber nötige Vorarbeit vonseiten der Bürger in der Vorbereitungsphase wird ihnen viel Zeit und Arbeit abverlangen“, kündigte Steinbrecher an, „aber es lohnt sich.“



