Dienstag, 13.11.2018

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Das Landkreis-Eldorado der Sprayer

Verzierung des Trafoturms ist Obermichelbachs drittes legales Graffiti-Projekt - 14.09.2018 12:42 Uhr

Ehe man sich versah, ließen die jugendlichen Künstler das Grau unter kräftigen Farben verschwinden. © Foto: Armin Leberzammer


Farbenfroh und aussagestark, so steht der Trafoturm seit ein paar Tagen zwischen Ober- und Untermichelbach. Dafür gesorgt haben acht Jugendliche unter Anleitung eines professionellen Graffiti-Künstlers.

Freie Hand den Künstlern

Das übergeordnete Thema "Erneuerbare Energien" hat die N-Ergie als Eigentümer zwar vorgegeben, die Umsetzung überließ man allerdings voll und ganz den Mädchen und Buben.

"Erstaunlich diszipliniert und talentiert" hätten sich die jungen Sprayer gezeigt, sagt Carlos Lorente, der gemeinsam mit Mario Leischke einen dreitägigen Graffiti-Workshop geführt hat. Auch ihm selbst hat die Arbeit mit den Jugendlichen besonders gefallen.

"Drei Tage sind eine lange Zeit, viel länger als wir sonst für derartige Projekte bekommen", berichtet er. Auch, dass sich die zu schmückende Fläche nicht wie sonst häufig in einem Hinterhof oder einem Jugendhaus befindet, sondern "an einem Filetstück am Ortseingang", sei außergewöhnlich.

Dank des großzügig bemessenen Zeitbudgets haben die Jugendlichen neben Spray- und Zeichentechniken auch vieles über die Kultur und Geschichte des Graffito sowie rechtliche Grundlagen kennengelernt. Organisiert hatte die Aktion die N-Ergie Schulinformation in Zusammenarbeit mit der offenen Kinder- und Jugendarbeit Obermichelbach. "Wir konnten hier mit einer künstlerischen Ausdrucksform eine Verbindung zur technischen Ebene der Stromversorgung schaffen", erklärt Claudia Jordan als Vertreterin des Energieversorgers und zeigte sich besonders von der Kreativität und dem Teamgeist der Jugendlichen angetan. "Die haben hier etwas Bleibendes geschaffen."

Gute Erfahrungen

Das hofft Obermichelbachs Bürgermeister Herbert Jäger ebenfalls. Mit geleiteten, legalen Graffiti-Projekten habe die Gemeinde in der Vergangenheit bereits gute Erfahrungen gemacht, meint Jäger und braucht zum Beweis nur an die neben dem Trafoturm stehende Wasserübergabestation zu deuten.

Dort ziert seit zwei Jahren ein farbenprächtiges Graffito die Außenwand und niemand hat sich seither daran vergriffen. Das Gleiche gelte für die Container am örtlichen Bike-Park. "Da geht kein anderer mehr mit der Spraydose hin", so Jäger, "das hoffen wir jetzt natürlich auch für den Trafoturm." 

Armin Leberzammer

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