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"Das Stück hat uns gefunden"

Die"Känguru-Chroniken" als Stadttheater-Produktion im Kulturforum - 27.04.2018 08:42 Uhr

Regisseur Thomas Stang, Bühnenchef Andreas Braun (li.) und Kostümfrau Anke Kreuzer-Scharnagl freuen sich auf die Premiere. © Foto: Thomas Scherer


Nein, es gibt wirklich keine Karten mehr. Aber – und das ist die gute Nachricht – eine Wiederaufnahme der "Känguru-Chroniken" in absehbarer Zeit ist sicher. Regisseur Thomas Stang kann über die sagenhafte Zuschauer-Nachfrage eigentlich nur staunen und gibt zu: "Wir haben nicht nach diesem Stück gesucht. Das Stück hat uns gefunden."

Wie geht denn das? "Irgendwann lag es einfach auf meinem Schreibtisch. Wer es dahin gelegt hat, hab’ ich nicht rausgefunden." Stattdessen begann Stang, künstlerischer Leiter von KULT, der Sparte für junges Publikum am Stadttheater, mit den vier Ensemblemitgliedern das Erfolgs-Känguru für Fürth einzurichten.

Auf der Kufo-Bühne werden Tristian Fabian, Sunna Hettinger, Boris Keil und Jördis Trauer abwechselnd die vielen unterschiedlichen Rollen in diesem Schauspiel nach den gleichnamigen Büchern übernehmen. Anke Kreuzer-Scharnagl (Kostüme) hat dem Känguru, dessen herausragender Charakterzug ein ausgeprägter Hang zur Anarchie ist, ein stimmiges Outfit verpasst: "Eine alte Wintermütze von der Bundeswehr mit extrem langen Ohrenklappen, ein Parka im Stil der 70er und – selbstverständlich – ein Beutel." Mit einer ganzen Reihe von praktischen Europaletten gibt Andreas Braun (Bühne) den Darstellern alles in die Hand, was nötig ist, damit "sie sich die jeweils passenden Räume bauen können".

Autor Marc-Uwe Kling, 1982 in Stuttgart geboren, wurde auch als Liedermacher, Kabarettist, Poetry-Slammer und Kleinkünstler bekannt. Mit seinen skurrilen Beuteltier-Geschichten, die zunächst als Podcast im Radio erschienen und sich dann sowohl in Buch- als auch in Hörbuchform als Mega-Erfolg entpuppten, ist ihm ein vielschichtiges Vergnügen gelungen. "Das ist ein sehr, sehr intelligenter Spaß", lobt Stang. Kling kombiniere zum Beispiel "großartige Passagen mit sehr viel soziologischer Theorie" und einer "tollen Situationskomik".

Mit der Frage, wie es überhaupt dazu kommen kann, dass ein Känguru als WG-Genosse einzieht, hält sich übrigens niemand auf. Das ist einfach so. Eher ungewöhnlich, so Stang, sei dagegen, dass auf diese ganz besonders schlaue Art von Humor sowohl "Zwölf- bis 14-Jährige abfahren und Erwachsene sich gleichzeitig ganz genauso gut amüsieren". 

SABINE REMPE

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