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„Doch das ist so: Der Markenname Grundig macht es uns immer noch sehr leicht, mit Kunden ins Gespräch zu kommen“, sagt einer, der es wissen muss: Roland Hollstein, Geschäftsführer der Grundig Business Systems GmbH, mit mehr als vier Millionen verkauften Diktiersystemen und 50 Jahren Erfahrung einer der drei weltweit führenden Hersteller für professionelle Diktiersysteme. Und: Der einzige der Branche, der ausschließlich in Deutschland produziert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg legte Max Grundig in Fürth mit dem Radiobaukasten „Heinzelmann“, mit dem er geschickt die Vorschriften der Allierten zum Bau und Verkauf von Radiogeräten umging, den Grundstein für sein florierendes und im Wirtschaftswunderland Deutschland schnell wachsendes Unternehmen. Nach den Erfolgen seiner Radiogeräte widmete sich Grundig auch anderen Bereichen: Tonbänder, Fernseher und eben ab Anfang der 50er-Jahre auch Diktiergeräte: 1954 brachte er mit dem sogenannten „Laubfrosch“, der Stenorette A sein erstes Diktiergerät auf den Markt.
Wenig später schlug die Geburtsstunde des Grundig-Standortes Bayreuth. Unternehmer Max Grundig verkündet 1957 selbstbewusst: Er baue in Bayreuth die „größte Tonbandgeräte-Fabrik der Welt“. Einige Jahre später beschäftigte Grundig in Bayreuth 2000 Mitarbeiter die Tonbandgeräte, aber eben auch immer modernere Diktiergeräte produzierten. Ein Jahr nach dem Tod von Max Grundig führten die Bayreuther 1990 das erste digitale Diktiersystem auf dem Markt ein.
2001 – der Mutterkonzern befand sich schon seit Anfang der 80er-Jahre in einer zunehmend schwieriger werdenden Lage – gliederte man den Geschäftsbereich als eigenständige GmbH in der Grundig Business Systems (GBS) GmbH aus. „Als es dann endgültig an die Zerschlagung des Grundig-Mutterkonzerns Ende 2003 ging, da war GBS neben den Autoradios und den Satellitenanlagen eines der Filetstücke, schließlich war die Firma bekannt für ihre gute Qualität und am Markt etabliert“ so Roland Hollstein.
Aber, so der 50jährige Geschäftsführer, der seit fünf Jahren das Unternehmen leitet, im Zuge der Grundig-Misere seien Finanzmittel aus den gut laufenden Sparten abgezogen und notwendige Investitionen nicht getätigt worden. „Deshalb stand GBS Ende 2003 schlecht da, vor allem weitergehende Investitionen in die Digitaltechnik hatte man verschlafen oder eben aus Geldmangel nicht tätigen können“, sagt Hollstein, der seit fünf Jahren an der Spitze des Bayreuther Unternehmens steht.
Eine Münchner Investorengruppe, die Induc GmbH, hat Grundig Business Systems dann aus der Insolvenzmasse heraus erworben und erst mal vor allem in die Digitaltechnik investiert. „Das war auch bitter nötig, um im Aufholwettkampf wieder den Anschluss an die Wettbewerber zu schaffen“, sagt Hollstein und betont: „Seitdem geht es kontinuierlich nach oben, auch mit dem Umsatz.“
2010 ist die Grundig Business Systems GmbH um zehn Prozent gewachsen und auch fürs laufende Jahr rechnet der Geschäftsführer mit einem ähnlichen Wachstum. Der Jahresumsatz des Bayreuther Unternehmens liegt bei rund 20 Mio. €. Ausdrücklich weist der Chef darauf hin, dass die derzeitige Aufwärtsentwicklung nicht exportgetrieben ist, sondern sich im wesentlichen auf die Inlandsnachfrage stützt.
50 Prozent des Jahresumsatzes werden in Deutschland erzielt, wo man auch Marktführer ist. Zur Unternehmensentwicklung trägt auch das zweite Standbein, die Auftragsfertigung bestimmter elektronischer Produktkomponenten, mit der der Maschinenpark und die hochwertigen Elektronikfertigungslinien ausgelastet werden, in zunehmendem Maß bei.
Überwiegend sind die rund 170 Mitarbeiter aber mit der Entwicklung und Fertigung von digitalen und analogen Diktier- und Wiedergabegeräten, Zubehör sowie Softwarelösungen für das Diktatmanagement beschäftigt. Die Kunden lassen sich im Wesentlichen in drei Hauptgruppen aufteilen: Rechtsanwälte, Mediziner und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, ebenfalls mit Schwerpunkt Juristen. „Unser großer Vorteil ist sicher, dass unsere Klientel relativ rezessionsunabhängig ist“, so Hollstein.



