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Der neue Mieter ist ein alter Bekannter

MIB holt C&A in seinen Einkaufsschwerpunkt, doch das Bekleidungshaus zieht nur um - 17.07.2012 22:00 Uhr

Heute noch ins City-Center integriert, wird C&A aller Voraussicht nach im Herbst 2014 in den neuen Einkaufsschwerpunkt übersiedeln. © Tim Händel


C&A verlagert seinen Standort lediglich um ein paar Hundert Meter — vom City-Center in den Shopping-Komplex, der im Herbst 2014 an der Rudolf-Breitscheid-Straße eröffnen soll. Allerdings relativiert sich die Enttäuschung über den Verschiebebahnhof angesichts einer weiteren Information: C&A, so ist zu hören, hätte Fürth den Rücken gekehrt, wäre das Unternehmen nicht andernorts in der Kleeblattstadt fündig geworden. Zu vage sind den Verantwortlichen des C&A-Managements wohl die Zukunftsaussichten im City-Center.

Deshalb also wird das Modehaus auf 3200 der insgesamt rund 12000 Quadratmeter Verkaufsfläche im Einkaufsschwerpunkt, genauer: auf das Wölfel-Areal, übersiedeln. Weitere etwa 500 Quadratmeter sind bereits fest an das Modelabel „s.Oliver“ vergeben; mit Interessenten für die restlichen Flächen stehe man in vielversprechenden Verhandlungen, sagt MIB-Geschäftsführer Uwe Laule.

Eine weitere Überraschung hatte Laule am Montag im Gepäck, als er den städtischen Wirtschaftsausschuss besuchte: MIB ändert die Taktik und plant nun doch ein Parkhaus mit rund 200 Plätzen auf zwei Etagen unter dem City-Kino; erreichen wird man es über eine Zufahrt, die von der Moststraße aus unter Park-Hotel und Breitscheidstraße hindurch führt. Ein zuvor vorgesehener Supermarkt und Läden im Untergeschoss des Wölfel-Areals sollen zu diesem Zweck geopfert werden.

Der Pachtvertrag mit der Osnabrücker OPG Center Parking, dem viertgrößten Parkhausbetreiber Deutschlands, sei bereits unter Dach und Fach, sagt der MIB-Vertreter. „Sehr modern, hell und großzügig“ werde das Stellplatzangebot ausfallen — um sowohl die Fahrer der immer häufiger anzutreffenden und für Innenstadtverhältnisse überdimensionierten SUVs anzusprechen als auch „die etwas unglücklich agierende Hausfrau“, so Laule. Damit rückt MIB von der anfänglichen Überzeugung ab, man könne das Einzelhandelsprojekt ohne eigenen Parkraum stemmen, weil es genügend Angebot im Umfeld gibt.

Rein zahlenmäßig sei dies zwar richtig, so Laule im Gespräch mit den FN, doch die Masse dieser Stellplätze sei eben „nicht zeitgemäß“. Und angesichts der Hängepartie im City-Center habe sich auch die Hoffnung von MIB zerschlagen, in dessen Tiefgarage könnte in nennenswertem Ausmaß moderner Parkraum entstehen.

Zuschuss der Stadt?

Beim Bau der eigenen Tiefgarage setzt MIB auf finanzielle Unterstützung durch die Stadt: Aus dem eigens für solche Zwecke vorgesehenen kommunalen Topf mit der sogenannten Stellplatzablöse könnten — falls der Stadtrat zustimmt — 800000 Euro fließen. „Absolut zulässig“ sei dies, wenn rund um die Uhr verfügbarer neuer Parkraum geschaffen werde, versicherte Wirtschaftsreferent Horst Müller auf Nachfrage unserer Zeitung.

Zudem strecken MIB und OPG ihre Fühler Richtung Freiheit aus: Mit der Stadt wird darüber verhandelt, ob die Parkplätze dort gegen ein angemessenes Entgelt nicht gleich mitgepachtet und bewirtschaftet werden können. Müller und OB Thomas Jung beeilten sich zu versichern, dass keineswegs ein Verkauf der Fläche im Gespräch sei; zudem dürften aus einem möglichen Übereinkommen keinerlei Einschränkungen für Veranstaltungen auf der Freiheit resultieren, betont Müller.

Keine Auskünfte wollte Müller zum Verlauf der Eigentümerversammlung im City-Center am Samstag geben. Wie berichtet, ging es dabei hinter verschlossenen Türen um eine weitere Kooperation mit der Firma TKN. Müller, auf Bitte der Eigentümer an den Verhandlungen über den Center-Verkauf beteiligt, spricht vorsichtig von „finalen Verhandlungen“, die jetzt bevorstünden.

  

WOLFGANG HÄNDEL

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