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„Die Bibertbahn ist gestorben“

Oberasbachs Stadtrat lässt aber ein Hintertürchen für einen Investor offen - 05.07. 09:00 Uhr

OBERASBACH  - Wie der Landkreis und die Stadt Zirndorf will auch Oberasbach kein Geld in die Hand nehmen, um die Bibertbahn zu reaktivieren. Ein Hintertürchen ließ der Stadtrat auf Initiative von Norbert Schikora (Bündnis 90/Grüne) bei seinem Beschluss jedoch offen: Einem privaten Betreiber würde die Kommune keine Steine in den Weg legen. Deshalb soll die alte Bahntrasse auch nicht entwidmet werden.


Trasse der Bibertbahn Leichendorfer Kreuzung.
Trasse der Bibertbahn Leichendorfer Kreuzung.
Foto: Hans-Joachim Winckler
Trasse der Bibertbahn Leichendorfer Kreuzung.
Trasse der Bibertbahn Leichendorfer Kreuzung.
Foto: Hans-Joachim Winckler

In Oberasbach war man etwas spät dran mit dem Thema Bibertbahn-Reaktivierung. Weil, so Bürgermeisterin Birgit Huber, „die Ladungsfristen bereits verstrichen waren“, konnte sich der Stadtrat erst jetzt mit den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie befassen. Zu einem Zeitpunkt, als der Kreistag und die Nachbarkommune Zirndorf bereits mit Beschlüssen vorgelegt hatten. Und so war es keine wirkliche Überraschung, dass die Entscheidung der Oberasbacher Kommunalpolitiker in die gleiche Richtung ging.

Um zu dieser Überzeugung zu gelangen, hätte es vermutlich nicht einmal mehr der Ausführungen des VGN-Verkehrsplaners Dirk Domhardt bedurft, der auch im Stadtrat Oberasbach – wie schon zuvor im Kreistag und im Zirndorfer Kommunalparlament – die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie präsentierte (wir berichteten).

Domhardt stellte den Kosten von knapp 21 Millionen Euro zur Wiederherstellung der Trasse, die der Landkreis sowie die Städte Zirndorf und Oberasbach zu tragen hätten, den geringen Nutzen für die Entlastung der Rothenburger Straße – zwischen ein und zwei Prozent Fahrzeuge weniger – gegenüber.

Damit der Freistaat die Fahrten im 30-Minuten-Takt bestellt, müssten im Schnitt mehr als die in der Machbarkeitsstudie ermittelten 1230 Personen pro Kilometer die Bibertbahn nutzen. Genauere Aussagen macht der Freistaat laut Domhardt nicht. Den Stadträten präsentierte er allerdings den Zitat-Ausriss aus einem Schreiben des bayerischen Verkehrsministeriums. Dort heißt es, dass die ermittelte Zahl „ein ausreichendes Potenzial nicht erkennen lässt“. Auch die von der IG Bibertbahn geforderte Linienänderung des 113er Busses bringt Domhardts Meinung nach keine „Nachfragesteigerungen“.

Sollte sich ein Dritter für die Reaktivierung interessieren – bekanntlich hat die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH (RSE) – Interesse angemeldet – so Domhardt, müsse dieser besagte 21 Millionen Euro aufbringen und ein Finanzierungskonzept vorlegen. Der Kapitalbedarf, so der VGN-Mann, müsse dabei durch Einnahmen gedeckt werden, da die Trassenkosten keine Refinanzierungsanteile enthielten. Die Summe stelle außerdem nur den „unteren Wert“ dar, zu dem weitere Ausgaben – etwa für Lärmschutzmaßnahmen – kämen.

Für den Stadtrat war die Sachlage damit klar: „Die Bibertbahn in dieser Variante ist nichts für uns. Sie ist nicht bezahlbar“, bilanzierte SPDFraktionssprecher Peter Heinl. „Die Bibertbahn ist ein für allemal gestorben“, meinte sein CSU-Kollege Jürgen Schwarz-Boeck und äußerte mit Blick auf die RSE Zweifel an deren wirtschaftlicher Potenz, ein solches Projekt überhaupt zu stemmen.

Einstimmig beschloss der Stadtrat anschließend, von einer Reaktivierung der Bibertbahn abzusehen, beziehungsweise sich nicht an den Kosten dafür zu beteiligen. Einmütig hoben auch alle den Finger dafür, die Widmung der Trasse aufrecht zu erhalten.

Knapp wurde es dagegen, als es darum ging, dass die Stadt sich nicht gegen die Bestrebungen Dritter stellen würde, die Bibertbahn zu reaktivieren. Mit zwölf Stimmen setzten sich SPD, Freie Wähler, Grüne und FDP gegen die CSU und die Bürgermeisterin durch.

  



Harald Ehm

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