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Ehepaar Hirschsteiner engagiert sich für das Partnerdekanat

Seit Jahren eine tiefe Verbundenheit zu Tansania - 20.10.2017 13:00 Uhr

Ins Flugzeug steigen und nach Tansania fliegen — das Ehepaar Hirschsteiner würde nicht Nein sagen. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Woher kommt Ihre Liebe zu dem afrikanischen Land?

Fritz Hirschsteiner: 2010 habe ich mit einer Reisegruppe aus dem evangelischen Dekanat Fürth Tansania, speziell das Partnerdekanat Siha, besucht. Das war damals die Reiselust, die mich gepackt hatte. Ich habe das Land und vor allem die Menschen mit ihrer Herzlichkeit schätzen gelernt, auch bei den in den Folgejahren stattfindenden Gegenbesuchen der Afrikaner in Franken. 2013 folgte dann meine zweite Reise in den Nordosten Tansanias.

Traudl Hirschsteiner: Da konnte auch ich dabei sein. Seitdem habe ich täglich Kontakt nach Tansania, per Mail oder per WhatsApp. Insbesondere der Leiter der Waisenkinderschule in Fuka, Ednant Tsuma, ist fast ein Sohn für uns geworden.

 

Sie sind als Spendensammler für Siha weit über Oberasbach hinaus bekannt. Für welches Projekt engagieren Sie sich besonders?

Traudl Hirschsteiner: Wir waren beide Lehrer, mein Mann am Gymnasium und ich an der Grundschule, deshalb liegt uns die Ausbildung der Kinder besonders am Herzen. Denn auch Waisen brauchen Schulbildung.

Fritz Hirschsteiner: Ich muss sagen, da ging es gut voran. Bei meinem ersten Besuch gab es nur zwei Klassenzimmer, inzwischen sind es zehn. 420 Kinder zwischen vier und 13 Jahren werden dort von 14 Lehrern unterrichtet.

 

Dieses Mal hatte Ihre Reisegruppe eine Überraschung für die Schulkinder dabei.

Traudl Hirschsteiner: Ja, wir haben Hefte, Stifte, Lineale, Federmäppchen und Rucksäcke mitgenommen. Wir haben allein acht Koffer gepackt.

 

Und wer hat die geschleppt?

Fritz Hirschsteiner: Wir waren 25 Personen und durften pro Person 46 Kilo mitnehmen. An persönlichen Dingen kommt man ja nur auf etwa zehn Kilo. Den Rest haben wir mit Schulutensilien aufgefüllt. Und zu tragen war da nicht viel.

 

Mit Verlaub, aber 46 Kilo stemmt nicht jeder.

Fritz Hirschsteiner: Ein Freund ist zweimal mit dem Hänger voller Koffer und Taschen zum Nürnberger Flughafen gefahren. Dort haben wir das Gepäck aufgegeben und hatten es dann los. Bei der Landung haben wir es auf Trolleys gelegt — und dann kamen auch schon unsere afrikanischen Freunde, um zu helfen.

 

Woher hatten Sie das viele Schulzubehör?

Traudl Hirschsteiner: Ich wollte eigentlich nur im Oberasbacher Rathaus nachfragen, ob die Stadt vielleicht ein paar Kugelschreiber beisteuern könnte. Dort hat man beschlossen, einen Aufruf an die Bevölkerung zu starten. Der hat eine riesige Resonanz gefunden. Am Schluss waren zwei Anhänger voll, und ich saß tagelang in unserer Garage und sortierte. Das meiste waren wirklich gute und auch viele neue Sachen. Wie die Kinder in Tansania sich über die Sachen freuten, das hat uns sehr berührt.

 

Was war das größte Projekt, das Sie bislang mit Spenden aus dem Dekanat Fürth ermöglichen konnten?

Traudl Hirschsteiner: Das war der Kauf eines Schulbusses. Wir haben 15 000 Euro zusammengebracht, um den Bus anschaffen zu können.

Fritz Hirschsteiner: Mit dem Bus ist unsere Reisegruppe jetzt auch durch das Dekanat gefahren worden.

 

Was haben Sie alles gesehen?

Fritz Hirschsteiner: Wir haben alle Projekte angesteuert, die im Rahmen der Partnerschaft vom Dekanat Fürth unterstützt werden. Neben der Schule und dem Internat und Speisesaal waren es die Krankenstation mit Mutter-Kind-Station und zwei Kirchen. Voller Überzeugung können wir garantieren, dass die Spenden Eins zu Eins ankommen. Sehr gefreut habe ich mich, dass alles auf einem guten Weg ist. Die Krankenstation hat ein Ultraschallgerät und eine Solaranlage, die Kirchen sind mit Bänken ausgestattet.

 

Ist das vielleicht auch ein Grund, warum Sie mit Ihren Spendenaufrufen großen Erfolg haben?

Fritz Hirschsteiner: Mit Sicherheit. Oft ist der Erlös von Weihnachtsbasaren oder andere Benefizveranstaltungen für Siha gedacht.

Gibt es schon ein neues Projekt, für das Sie sammeln?

Traudl Hirschsteiner: Ein großes Problem ist die instabile Energieversorgung, immer wieder kommt es zu Stromausfällen. Wir Gäste saßen des öfteren im Dunkeln. Ich möchte 4000 Euro für eine Solaranlage auf der Schule zusammenbekommen.

 

Wie zu hören war, tragen Sie in Siha einen Ehrentitel.

Traudl Hirschsteiner: Ja, wir werden Mama Traudl und Papa Fritz von Fuka genannt. Es ist unvorstellbar, wie liebenswert die Menschen dort sind. Da ich mit Krücken in Tansania unterwegs war, wurde alles Erdenkliche getan, um mir Wege zu ersparen. Der Busfahrer nahm eigens einen passenden Stein im Wagen mit, um mir das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

Das klingt jetzt gerade so, als ob Sie am liebsten gleich morgen wieder ins Flugzeug nach Tansania steigen möchten.

Traudl Hirschsteiner: Wir sind nicht mehr die Jüngsten, ob wir noch einmal so weit reisen können, wissen wir noch nicht, aber zu meinem 75. Geburtstag im nächsten Jahr möchte ich unbedingt Ednant — den Schulleiter — als Gast begrüßen. Das wäre für mich das schönste Geschenk.

Über die Reise wird am Mittwoch, 15. November, um 19. 30 Uhr, im Gemeindehaus St. Markus berichtet. Spenden an die Gesamtkirchengemeinde Fürth bei der Sparkasse Fürth, Kennwort Solaranlage Fuka- Waisenkinderschule Konto: DE 287 625 000 000 000 59485. 

Interview: Beate Dietz

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