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Ein Prosit der Ungemütlichkeit

08.04.2015 20:12 Uhr

„Der Klügere kippt nach“ heißt das Ding, ein paar Promis werfen ihre Stammgetränke — Bier, Wein, Wodka — ein und babbeln drauflos.

Dass Marlene Mortler sich kopfschüttelnd zu dem Stuss äußert, geht in Ordnung — aber wo waren die Drogenbeauftragten der Bundesregierung, als sich weiland fünf Journalisten aus sieben Ländern (oder war es umgekehrt?) allsonntäglich die Hucke vollkloppten und die Weltlage besprachen? Wer zog je den „Blauen Bock“ aus dem Verkehr? Und erst die TV-Trinkgelage der Gegenwart: Nockherberg-Starkbierprobe, Faschingssitzungen („Ein Prosit der Gemütlichkeit“) aller Art, „Sonntags-Stammtisch“ im Bayerischen Fernsehen, wo sich unter den Krügen der Diskutanten die Balken biegen. Frau Mortler hat noch viel zu tun.

Apropos klüger: Berlins Regierender Bürgermeister Peter Müller ist Deutschlands einziger Spitzenpolitiker ohne Abitur. Latein und Altgriechisch, sprach er im Interview, seien ihm auf den Senkel gegangen, sodass er in der neunten Klasse auf die Gesamtschule wechselte. Richtig so. Mit Altgriechisch und Latein können Sie die Gustavstraße retten, nicht aber Neukölln. Wobei das ja mal ein Kiez wäre, den sich Frau Mortler anschauen sollte. Nach dem Fernsehen. 

Matthias Boll

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