Bei der Präsentation beglückwünschten Oberbürgermeister Thomas Jung und Sozialreferentin Elisabeth Reichert Wärmestubenleiter Wolfgang Sperber und sein Team dafür, dass sie den Umbau über die Bühne brachten, ohne dass dies den Etat der finanziell klammen Stadt belastet hätte.
Die Wärmestube, der „Fürther Treffpunkt“, ist seit rund zehn Jahren im Vorderhaus Hirschenstraße 41 untergebracht. Als sich abzeichnete, dass im Rückgebäude Räume frei würden, war laut Sperber „sofort klar, dass wir die anmieten müssen“. Es war bitter nötig: Denn bisher wurden Nachbarschaftshilfe, Wohnungsnotfallhilfe und „Nachhaltiges Wohnen“ von einem acht Quadratmeter-Kämmerchen aus verwaltet, das nebenbei noch als Lagerraum diente.
Dank der Spenden von Firmen, Privatleuten und Kirchengemeinden konnten Sperber und seine Leute rund 5000 Euro in die Sanierung stecken. Es gab viel zu tun: Die Böden mussten gefliest, Heizungsrohre verlängert, Decken und Wände neu eingezogen und geweißelt werden, und dann waren auch noch günstige (Gebraucht-)Möbel zu beschaffen.
Drei Monate lang werkelten die Mitarbeiter der Wärmestube laut Sperber neben dem laufenden Betrieb. Das Ergebnis kann sich sehenlassen, wobei das größte Glück fürs Team der ungewohnte Freiraum sein dürfte: Auf sechzig Quadratmetern und nicht mehr auf acht telefonieren und agieren jetzt vor allem Sozialpädagoge Mario Schmidt, die ehrenamtliche Kraft Waltraud Holzmann und Klaus Dauhrer, Koordinator der Nachbarschaftshilfe.
Die Wärmestube gibt es seit fast 20 Jahren. Sie ist Anlaufstelle für Menschen, die bedürftig sind, nicht sesshaft oder — bedingt durch Trennungen und andere Krisen — auf einmal ohne Bleibe dastehen. In der Hirschenstraße können sie sich aufhalten und bekommen mittags ein warmes Essen. Seit zehn Jahren etwa sorgt die Wohnungsnotfallhilfe überdies dafür, diese Menschen von der Straße weg- und in einer geeigneten Wohnung unterzubringen. Sperber schätzt, dass davon pro Jahr 50 Personen, darunter auch (Groß-)Familien, profitieren. Die Nachbarschaftshilfe beschafft bei Bedarf Möbel, organisiert deren Transport oder erledigt nötige Reparaturen, für die sich die Betreffenden keine Handwerker leisten könnten. Und beim Projekt „Nachhaltiges Wohnen“ geht es darum, Zwangsräumungen zu verhindern.
Das Sozialamt kooperiert hier seit April 2010 mit den genossenschaftlichen Wohnungsanbietern wbg, Volkswohl, Evangelisches Siedlungswerk, Siedlungswerk Nürnberg und König-Ludwig-Stiftung, die das Angebot finanzieren. Geraten deren Mieter in Zahlungsschwierigkeiten, sucht Mario Schmidt mit den Beteiligten nach individuellen, sozialpädagogisch begleiteten Lösungen, erarbeitet Ratenzahlungspläne zur Rückzahlung offener Mieten, schaltet die Schuldnerberatung ein...
Fünf bis sieben von 70 Fällen blieben laut Schmidt bisher ungelöst. In der Regel sei es gelungen, die Mieter umzuquartieren, ohne dass die Räumungsklage vollzogen wurde, manchmal konnten sie ihr Zuhause behalten. Ein schöner Erfolg, fanden auch die Verantwortlichen der Wohnungsgesellschaften und verlängerten das befristete Projekt um ein weiteres Jahr.



