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Wegen der „optimalen Größe der Halle“, so Vorsitzende Heike Scheuerle, fahre man seit einigen Jahren gerne nach Obermichelbach. Weil der Posten des Sitzungspräsidenten bei den Treuen Husaren derzeit verwaist ist, führte Peter Kerschbaum aus dem Bezirkspräsidium des Fastnachtsverbands Franken durchs Programm.
Im Fasching scheint die ansonsten gepflegte Konkurrenz der Fürther zur großen Nachbarstadt kaum eine Rolle zu spielen. Der Spielmannszug des „Narren Club Nürnberg“ heizte die Stimmung gleich zweimal auf. Attraktion war der erst zweijährige Trommler Niklas, ihm flogen die Herzen im Saal zu. Unter den Gästen fand sich auch die Faschingsgesellschaft Paradonia aus Kelheim, mit der Fürths Husaren seit Jahren Kontakt pflegen. Zweimal präsentierten sich alle angereisten Gäste aus Kelheim mit einem Formations- und Showtanz.
Mehrmals auf die Bühne kamen auch das Husaren-Kinderprinzenpaar Billy-Jo und Tamara mit ihrer Prinzengarde. Tanzmariechen Eva Scheuerle tanzte neben ihren Auftritten in der Garde gegen Ende des Abends auch solo.
In der Bütt beklagte sich Sandra Neubauer als vernachlässigte Ehefrau über ihren als „Vereinstrottel“ engagierten Ehemann. Und der Nürnberger Heinz Haffki fühlte mit Witz und Verstand dem Zeitgeschehen auf den Zahn.
„Ins Land der Trolle und Elfen“ entführte die Tanzgruppe der „offenen Behindertenarbeit“ aus Nürnberg und Fürth. Für ihr Obermichelbacher Gastspiel hatten sie eigens eine Choreographie zu Musik von Edvard Grieg einstudiert.
Spätabends machte das Tanzmariechen-Duo „Zwiebelonia“ aus Beilngries den Franken ihre Aufwartung. Bei dem Auftritt des Männerballetts der „Eibanesen“ aus Nürnberg und bei der akrobatischen Einlage der drei „Allersberger Tenöre“ sollte der Saal vor dem großen Finale noch einmal toben. Womit unter Beweis gestellt war, dass „Humor und Geselligkeit auch in der heutigen, hektischen Zeit nicht unterzukriegen sind“ — genau so lautet das selbst gesteckte Ziel der „Treuen Husaren“.
In Zirndorf rief Vizepräsident Tobias Klaus zu einem Triathlon der guten Laune mit den „Disziplinen Tanzen, Singen und Lachen“ auf. Für die Aktiven der Steiner Schlossgeister stand allerdings noch eine Reihe weiterer Herausforderungen auf dem Programm.
In monatelangen Vorbereitungen hatten die Gruppen pfiffige Choreographien sowie witzige Kostüme entworfen und beim Training nicht selten Ausdauersport betrieben. Angefangen bei den vier- bis siebenjährigen „Fliegengewichten“, die charmant ihre ersten Schritte als zukünftige Gardemitglieder zum Besten gaben, über die „Wilden Ameisen vo Staa“ bis hin zu den Auftritten der Junioren- und Prinzengarde, die bei Marsch- und Showtänzen souverän zeigten, wie viel Aufwand sie im Vorfeld betrieben hatten. Die Soloauftritte begeisterten darüberhinaus mit akrobatischen Einlagen, die neben Kraft und Ausdauer auch Präzision erforderten.
Zu einem sportlichen Event gehören neben Leistung und einem begeisterten Publikum natürlich auch zeitliche Anforderungen. Hier konnte die Veranstaltung gleich zweimal punkten: Zu einem rund sechsstündigen Programm gesellten sich verschiedene Künstler, die teilweise fast rekordartig die Auftrittsorte wechselten. So eilten die Allersberger Flecklashexen nach ihrem Applaus schnellstmöglich weiter nach Augsburg.
Andere, wie „Das Eich“ alias Dietmar Bachmann oder Oliver Tissot, kamen erst am späteren Abend nach Zirndorf. Tissot hatte es wie immer auf die lokalen Verwerfungen abgesehen und kommentierte etwa die Deutenbacher „Verkehrsellipse“ („Wenn sich was in die Länge zieht...“) oder die Klage gegen die geplanten Rutschen im Spaßbad („Obwohl die alten Leute doch froh sind, wenn’s nebenan auch mal schnell bergab geht“). Einen bemerkenswerten Auftritt bot schließlich die Steiner Stadtverwaltung mit einer Tanzformation, die Bürgermeister Kurt Krömer persönlich anführte.
Am 3. März gibt es für alle, die dem Fasching nachtrauern, beim „6. Grand Prix der tollkühnen Männer“ noch einmal Gelegenheit zum Nachschlag.
Bildergalerie im Internet unter: www.fuerther-nachrichten de



