Das Thema Reform begleitet die Fußball-Regionalliga im Grunde seit ihrer Einführung in der jetzigen Form zur Saison 2008/09. Vereine wie der KSV Hessen Kassel oder Darmstadt 98, die sich selbst „Traditionsvereine“ nennen, fordern eine Reduzierung der Staffelzahl auf zwei und die Ausgliederung der ungeliebten Reservemannschaften in eine eigene Runde. Letztere, so die Befürworter des Zwei-Staffel-Modells, würden die Attraktivität der Liga senken und kaum Zuschauer in fremde Stadien mitbringen oder locken.
Die Lizenzvereine, die im Ligaverband organisiert sind, dessen Interessen wiederum die Deutsche Fußball-Liga (DFL) vertritt, loben die aktuelle Form der Regionalliga hingegen als optimales Terrain zur Ausbildung ihres Nachwuchses in den U-23-Mannschaften. Darüberhinaus ist schon seit längerem eine weitere Regionalisierung auf bis zu acht Staffeln im Gespräch, um weite Fahrtwege zu verkürzen und mehr publikumswirksame Derbys zu ermöglichen.
Vor dem Bundestag liegen nun drei offizielle Anträge vor, die die verschiedenen Positionen recht gut widerspiegeln. Der Bayerische Fußballverband (BFV) plädiert in seinem Antrag für die Mehrstaffel-Lösung. Acht Gruppen — eine davon die Bayernliga – sollen die Probleme lösen, die Zahl der Reserven darin auf maximal sechs begrenzt werden und die Hoheit über die Staffeln bei den Landesverbänden liegen. Aus dem Westen der Republik, vom Westdeutschen Fußball- und Leichtathletik-Verband (WFLV), kommt ein Antrag für das Zweistaffel-Modell mit einer eigenen Reserverunde.
Der Ligaverband schließlich stellte den Antrag, alles bei drei Staffeln mit ersten und zweiten Mannschaften zu belassen und zudem die Lizenzierungskriterien zu überprüfen. Letztere kritisieren die Regionalliga-Vereine schon länger scharf, da sie zu hart und kostspielig seien.
Bei der SpVgg Greuther Fürth, deren zweite Mannschaft in der Regionalliga Süd spielt, hält U-23-Trainer Frank Kramer sowohl von einer eigenen Reserverunde als auch von acht Staffeln aus sportlicher Sicht wenig. „Eine eigene Runde wäre beispielsweise nur eine Verlängerung der Jugendzeit für unsere Spieler“, so Kramer.
Zwischen den Lizenzvereinen und den Klubs mit ersten Mannschaften in der Regionalliga ist nun vor dem Bundestag ein Streit entbrannt. Laut dem Fachblatt „kicker“ droht die DFL mit der Kündigung von Vereinbarungen wie dem Verzicht der DFL-Vereine auf Fernsehgeld für ihre Zweitvertretungen.




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