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Enttäuscht vom Publikumsliebling

Stephan Schröcks Entscheidung, zu Hoffenheim zu wechseln, schmerzt die SpVgg-Fans - 30.03.2012 13:00 Uhr

FÜRTH  - Nach Heimspielen jubelte er auf dem Zaun mit den Fans, er war Publikumsliebling, ein Herzensfürther, „unser Schröcki“. Bis zum Mittwoch. Da wurde bekannt, dass Stephan Schröck in der nächsten Saison zur TSG Hoffenheim wechselt. Eine Liebesgeschichte scheint damit ihr Ende gefunden zu haben: Viele Fans sind enttäuscht, hatte Schröck doch beteuert, der SpVgg treu bleiben zu wollen.

Einen Stammplatz hatte Stephan Schröck auch im Herzen der Fans. Oft jubelte er nach Heimspielen gemeinsam mit ihnen.
Einen Stammplatz hatte Stephan Schröck auch im Herzen der Fans. Oft jubelte er nach Heimspielen gemeinsam mit ihnen.
Foto: Zink
Einen Stammplatz hatte Stephan Schröck auch im Herzen der Fans. Oft jubelte er nach Heimspielen gemeinsam mit ihnen.
Einen Stammplatz hatte Stephan Schröck auch im Herzen der Fans. Oft jubelte er nach Heimspielen gemeinsam mit ihnen.
Foto: Zink

„Für die Fans ist es ein Schlag ins Gesicht, weil er immer davon geredet hat, dass es sein Kleeblatt ist“, sagt Michael Hilmer vom Fanclub „Dragons Fürth“. Er erinnert sich noch an die Sprüche, etwa vor dem Derby im Dezember, als Schröck in Interviews sagte, bis zum Ende seiner Karriere im Ronhof bleiben zu wollen, wenn der Verein ihm entgegenkomme. Zwar hatte der 25-Jährige damals angekündigt, demnächst ein wenig Geld zur Seite legen zu wollen, aber er beteuerte auch, „ein Fürther Kind“ zu sein und nicht nur auf den Gehaltszettel zu schauen. Den Fans habe er damit Hoffnungen gemacht. „Ich habe gedacht, er wird bleiben.“


Nun aber geht Schröck — obwohl ihn die SpVgg mit einem Fünfjahresvertrag zu deutlich besseren Konditionen zu halten versuchte. „Viele Fans sind enttäuscht“, sagt Hilmer, dafür brauche man nur einen Blick ins Internet werfen, und ihm selbst und seinem Sohn gehe es nicht anders. Freilich: „Finanziell kann ich das schon nachvollziehen“, gesteht er, „aber was ich nicht verstehe: Wir steigen jetzt wahrscheinlich auf, und dann das...“

Überhaupt: Hoffenheim? Wenn Schröck schon geht, „hätte ich mir einen anderen Verein für ihn gewünscht“. Trotz aller Enttäuschung, mahnt Hilmer, dürfe man jetzt aber nicht vergessen, was Schröck für den Verein geleistet habe. Es sei keine schöne Vorstellung, dass der bisherige Publikumsliebling demnächst wohl von den Fans ausgebuht wird, „er hat einen anständigen Abschied verdient.“ So sieht es Hilmer und so sieht es sein 13-jähriger Sohn, der schon weiß, was mit dem Trikot passieren soll, auf dem Schröcks Name steht: „Das wird er nicht mehr anziehen, wenn er nicht mehr da ist. Aber es wird eingerahmt.“

Nicht wirklich böse sein kann Stephan Schröck Fritz Mitzschke vom Fanclub Zirndorf. „Im ersten Moment war es ein großer Schreck, weil der Schröcki eigentlich unser Vorzeigespieler war, zu unserer Familie gehört hat“, sagt er. Und ja, „sicher tut uns das gescheit weh, dass er weggeht.“ Aber, sagt Mitzschke, „man kann es so einem jungen Menschen nicht verdenken. Er ist Profifußballer, kann noch maximal fünf, sechs Jahre spielen, er muss sich finanziell was aufbauen.“ Es wäre natürlich klüger gewesen, hätte Schröck sich im Vorfeld „zurückhaltender geäußert“. Und: „Er hätte abwarten können bis zum Ende der Saison.“

Angst vor dem vierten Platz

Mitzschke rechnet damit, dass die Fans ihrem Ärger in den Heimspielen Luft machen werden. Viele seien erbost: "Wenn er aufläuft, muss er sich wahrscheinlich Ohropacks mitnehmen. Die Fürther sind da ein bisschen nachtragend."

Und Mitzschke befürchtet, dass sich ein altbekanntes Phänomen wiederholen könnte: „Plötzlich können Spieler, die Erstligaverträge haben, nicht mehr Fußball spielen.“ Aus Angst, sich zu verletzen, geben sie nicht mehr alles — „diese Befürchtung habe ich, es sind noch 21 Punkte zu vergeben.“ Nicht noch einmal will Mitzschke seine SpVgg, der er seit 13 Jahren treu ist, auf dem vierten Platz sehen.

Dass Hoffenheim kein Verein ist, „in dem er glücklich wird“, befürchtet Roland Slupecki (Green-White Crocodiles). Man müsse aber die Entscheidung akzeptieren, auch wenn es nicht leicht sei: „Er hat gesagt, dass er hier bleiben möchte. Wenn ich 1000prozentig zum Verein stehe, muss ich doch auch hier bleiben...“

Oft habe sich Schröcki unter die Fans gemischt, im Stadion, aber auch bei den Hallenturnieren des Fanclubs. Am Ende sei es wohl doch so, dass Geld die Welt regiere. Nun hofft Slupecki, „dass er in den letzten Spielen sein Bestes gibt“, um den Aufstiegstraum zu verwirklichen. Dass Schröck im Internet von Fans als „Lügner“ bezeichnet und zum Teil wüst beschimpft wird, findet Slupecki „eine bodenlose Frechheit“: „Dafür hat er viel zu viel für Fürth geleistet.“

Den Endspurt nicht vermiesen lassen, will sich Matthias Schreppel (Sportfreunde Ronhof): „Reisende soll man nicht aufhalten“, sagt er. Und: „Kein Mensch ist unersetzbar.“ 

Claudia Ziob


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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13