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„Für die Fans ist es ein Schlag ins Gesicht, weil er immer davon geredet hat, dass es sein Kleeblatt ist“, sagt Michael Hilmer vom Fanclub „Dragons Fürth“. Er erinnert sich noch an die Sprüche, etwa vor dem Derby im Dezember, als Schröck in Interviews sagte, bis zum Ende seiner Karriere im Ronhof bleiben zu wollen, wenn der Verein ihm entgegenkomme. Zwar hatte der 25-Jährige damals angekündigt, demnächst ein wenig Geld zur Seite legen zu wollen, aber er beteuerte auch, „ein Fürther Kind“ zu sein und nicht nur auf den Gehaltszettel zu schauen. Den Fans habe er damit Hoffnungen gemacht. „Ich habe gedacht, er wird bleiben.“
Nun aber geht Schröck — obwohl ihn die SpVgg mit einem Fünfjahresvertrag zu deutlich besseren Konditionen zu halten versuchte. „Viele Fans sind enttäuscht“, sagt Hilmer, dafür brauche man nur einen Blick ins Internet werfen, und ihm selbst und seinem Sohn gehe es nicht anders. Freilich: „Finanziell kann ich das schon nachvollziehen“, gesteht er, „aber was ich nicht verstehe: Wir steigen jetzt wahrscheinlich auf, und dann das...“
Überhaupt: Hoffenheim? Wenn Schröck schon geht, „hätte ich mir einen anderen Verein für ihn gewünscht“. Trotz aller Enttäuschung, mahnt Hilmer, dürfe man jetzt aber nicht vergessen, was Schröck für den Verein geleistet habe. Es sei keine schöne Vorstellung, dass der bisherige Publikumsliebling demnächst wohl von den Fans ausgebuht wird, „er hat einen anständigen Abschied verdient.“ So sieht es Hilmer und so sieht es sein 13-jähriger Sohn, der schon weiß, was mit dem Trikot passieren soll, auf dem Schröcks Name steht: „Das wird er nicht mehr anziehen, wenn er nicht mehr da ist. Aber es wird eingerahmt.“
Nicht wirklich böse sein kann Stephan Schröck Fritz Mitzschke vom Fanclub Zirndorf. „Im ersten Moment war es ein großer Schreck, weil der Schröcki eigentlich unser Vorzeigespieler war, zu unserer Familie gehört hat“, sagt er. Und ja, „sicher tut uns das gescheit weh, dass er weggeht.“ Aber, sagt Mitzschke, „man kann es so einem jungen Menschen nicht verdenken. Er ist Profifußballer, kann noch maximal fünf, sechs Jahre spielen, er muss sich finanziell was aufbauen.“ Es wäre natürlich klüger gewesen, hätte Schröck sich im Vorfeld „zurückhaltender geäußert“. Und: „Er hätte abwarten können bis zum Ende der Saison.“
Mitzschke rechnet damit, dass die Fans ihrem Ärger in den Heimspielen Luft machen werden. Viele seien erbost: "Wenn er aufläuft, muss er sich wahrscheinlich Ohropacks mitnehmen. Die Fürther sind da ein bisschen nachtragend."
Und Mitzschke befürchtet, dass sich ein altbekanntes Phänomen wiederholen könnte: „Plötzlich können Spieler, die Erstligaverträge haben, nicht mehr Fußball spielen.“ Aus Angst, sich zu verletzen, geben sie nicht mehr alles — „diese Befürchtung habe ich, es sind noch 21 Punkte zu vergeben.“ Nicht noch einmal will Mitzschke seine SpVgg, der er seit 13 Jahren treu ist, auf dem vierten Platz sehen.
Dass Hoffenheim kein Verein ist, „in dem er glücklich wird“, befürchtet Roland Slupecki (Green-White Crocodiles). Man müsse aber die Entscheidung akzeptieren, auch wenn es nicht leicht sei: „Er hat gesagt, dass er hier bleiben möchte. Wenn ich 1000prozentig zum Verein stehe, muss ich doch auch hier bleiben...“
Oft habe sich Schröcki unter die Fans gemischt, im Stadion, aber auch bei den Hallenturnieren des Fanclubs. Am Ende sei es wohl doch so, dass Geld die Welt regiere. Nun hofft Slupecki, „dass er in den letzten Spielen sein Bestes gibt“, um den Aufstiegstraum zu verwirklichen. Dass Schröck im Internet von Fans als „Lügner“ bezeichnet und zum Teil wüst beschimpft wird, findet Slupecki „eine bodenlose Frechheit“: „Dafür hat er viel zu viel für Fürth geleistet.“
Den Endspurt nicht vermiesen lassen, will sich Matthias Schreppel (Sportfreunde Ronhof): „Reisende soll man nicht aufhalten“, sagt er. Und: „Kein Mensch ist unersetzbar.“

Sa. 18.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13
Fr. 17.05.13