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Ertls Ziehsohn fiebert gegen den VfB im Ronhof mit

Helmut Fürther hat für die SpVgg und die Stuttgarter Kickers gespielt - 18.03.2017 09:52 Uhr

Im Jahr 1964 bestritt Helmut Fürther (2. von rechts) sein erstes Spiel im gestreiften Trikot der Stuttgarter Kickers ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub. Im Fürther Tor stand damals Heinz Kraus (1963 bis 1967 beim Kleeblatt).

Im Jahr 1964 bestritt Helmut Fürther (2. von rechts) sein erstes Spiel im gestreiften Trikot der Stuttgarter Kickers ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub. Im Fürther Tor stand damals Heinz Kraus (1963 bis 1967 beim Kleeblatt). © Fotos: privat


Nach seiner Zeit in der Kleeblatt-Jugend spielte Helmut Fürther zwei Jahre in der ersten Mannschaft der Spielvereinigung. Dann kehrte er Franken den Rücken. Ausgerechnet ein Spiel im Neckarstadion war der Grund für seinen Wechsel. Denn als das Kleeblatt beim VfB antrat, wurden die Kickers auf den agilen Mittelstürmer aufmerksam.

Gestern: Helmut Fürther im Jahr 1962 im Kleeblatt-Trikot.

Gestern: Helmut Fürther im Jahr 1962 im Kleeblatt-Trikot.


Dann ging es Schlag auf Schlag, und es folgten zehn erfolgreiche Jahre als Spieler am Degerloch – bei den "Blauen" in der schwäbischen Hauptstadt, den Stuttgarter Kickers. "Als ich mir mit den Kickers einig war, kam dann auch der VfB auf mich zu, aber ich bin bei meinem Entschluss geblieben."

Trotzdem kennt sich der 75-Jährige, der heute im Ehrenrat der Stuttgarter Kickers sitzt, ganz gut beim Lokalrivalen aus. Mit Hansi Müller, ehemaliges Aufsichtsratsmitglied der "Roten", spielt er noch heute regelmäßig Fußball. "Ich bin nur inzwischen vom Feld ins Tor gewechselt", sagt der ehemalige Torjäger schmunzelnd, "weil da keiner spielen will."

"Der VfB will mit aller Gewalt zurück in die erste Bundesliga. Zuschauer sind zwar in großer Zahl da, sie wollen aber lieber wieder die Bayern und Dortmund sehen. Deshalb wünsche ich dem VfB den Sieg ein bisschen mehr", verrät der Wahlschwabe, dessen fränkischer Dialekt keine Zweifel an seiner Herkunft lässt. Allerdings, schränkt er ein: "So viel besser als die SpVgg ist der VfB nicht. Ich glaube, die Fürther holen mindestens einen Punkt." Dazu müsse die Kleeblatt-Defensive aber den kopfballstarken und torhungrigen Simon Terodde ausschalten.

Auch wenn Helmut Fürther inzwischen auch einen leichten schwäbischen Akzent angenommen hat, ist er seiner Heimatstadt noch eng verbunden. Sein Bruder Wolfgang lebt in Fürth, hin und wieder trifft er sich mit alten Weggefährten wie Dieter Emmerling (1958 bis 1968 beim Kleeblatt) und Alfred Stumptner (1959 bis 1964). Die Spiele der SpVgg verfolgt der ehemalige "Ziehsohn" von Herbert "Ertl" Erhard (1948 bis 1962 bei der SpVgg und Weltmeister 1954) ebenfalls aufmerksam. Beim Relegationsspiel gegen den Hamburger SV am Ende der Saison 2013/14 war er sogar im Ronhof.

Bitterkalt war es 1961

Dort ist er auch am Samstag wieder zu finden. Und er verbindet mit der Partie spezielle Erinnerungen: Im Dezember 1961 stand er hier selbst auf dem Platz, als der VfB in Fürth zu Gast war. "Bitterkalt war es", erinnert er sich noch heute gut. Das Kleeblatt tat sich schwer, bis in der 86. Minute der kleine Werner Schneider eine Flanke in den Strafraum schlug. Dort stand – Helmut Fürther. Er tunnelte VfB-Keeper Günter Sawitzki, es war der Siegtreffer zum 1:0, der seiner Mannschaft wichtige Luft im Abstiegskampf verschaffte.

Heute: Der 75-Jährige lebt seit seinem Wechsel zu den Kickers in Stuttgart.

Heute: Der 75-Jährige lebt seit seinem Wechsel zu den Kickers in Stuttgart.


"Mit Fürth habe ich immer gegen den VfB gewonnen, mit den Kickers kein einziges Mal", erinnert er sich, als ob es gestern gewesen wäre. "Mit dem Abstieg wird die SpVgg in dieser Saison nichts zu tun haben", schätzt er die aktuelle Lage beim Kleeblatt ein. "Ich freue mich, dass sie sich im Mittelfeld ganz gut halten."

Eines freilich wäre ihm eine besondere Freude: Wenn der VfB gemeinsam mit der SpVgg aufsteigen würde. "Aber für ganz oben reicht es in diesem Jahr eben auch nicht" – das meint Fürther nur zu gut zu wissen. 

ANDREAS GOLDMANN

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