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„Es gibt zu jedem Rezept eine Geschichte, und die gilt es zu heben“, sagt die studierte Journalistin Ketevan Borufka, Anleiterin der Übungsfirma „Stadtteil-Geschichten-Kochbuch“ bei „Mathilde 17“. „Frauen in Arbeit: beraten, qualifizieren, vermitteln“ ist das Motto der Begegnungsstätte, einem Projekt der städtischen Beschäftigungsgesellschaft elan, das zu 88 Prozent vom Sozialfonds der Europäischen Union und vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen des Programms „Arbeit im Quartier“ gefördert wird. Sich zu qualifizieren, dafür bietet das „Stadtteil-Geschichten-Kochbuch“ eine sehr gute Möglichkeit.
Denn für die sieben Teilnehmerinnen geht es um mehr als nur ums bloße Sammeln von Rezepten. Bis auf eine haben alle einen Migrationshintergrund, kommen aus Armenien, Peru, Russland, Bulgarien und Lettland. Deutsch zu sprechen fällt vielen nicht leicht. Das geplante „Stadtteil-Geschichten-Kochbuch“ gibt ihnen allen die Chance, sich weiterzubilden und sich nicht zuletzt somit für den ersten Arbeitsmarkt zu qualifizieren. „Die Teilnehmerinnen lernen hier das Rüstzeug“, erklärt Borufka. Dazu gehört das Erlernen von Schreib- und Präsentationstechniken ebenso wie der sichere Umgang am PC.
„Wir haben unsere Teilnehmerinnen ermutigt, im Bekanntenkreis nach Rezepten zu fragen, und auch einen Aufruf in der Stadtzeitung gemacht“, erzählt Borufka. Mal gingen die Frauen zu den Bürgern, mal kamen sie in die Begegnungsstätte.
„Ein Rezept bekommst du schnell, aber eine Geschichte dazu, das ist oft sehr schwer“, erzählt die aus Russland stammende Lana Menz. „Manche sind gesprächig, manche sagen nicht viel. Bei meinen ersten Interviews war ich sehr aufgeregt“, erinnert sich Vanya Tanovska, die aus Bulgarien stammt. Bisher sind fast 40 Rezepte und Geschichten zusammengekommen. Mindestens 50 sollen es werden.
„Die Geschichten handeln von Erinnerungen an eine große Liebe, an einen schönen Urlaub, aber auch von Dramatischem. Manchmal sind es wenige Zeilen, manchmal sind sie seitenlang“, verrät Ketevan Borufka.
Damit daraus ein für den Leser interessantes Kochbuch wird, haben sich die Teilnehmerinnen journalistische Unterstützung gesucht. „Wir konnten den Fürther Autor Veit Bronnemeyer, Ulrich Kassing von der Zentrifuge, Line Gassen von der Textwerkstatt, Carola Pfaffinger von der Stadt sowie die Journalistin Marion Reinhardt als sogenannte Kochbuchpaten gewinnen. Sie alle haben ehrenamtlich die Geschichten aufbereitet“, erklärt Borufka.
Einen ersten Testlauf für das „Stadtteil-Geschichten-Kochbuch“ haben die Frauen bereits hinter sich. 60 kleine Rezeptkarten wurden gedruckt und Anfang November vergangenen Jahres am Infostand der Volksbücherei verteilt. Ende Februar wollen sie kleine kulinarische Kostproben nachkochen und anschließend in der Fürther Fußgängerzone verteilen.
Eine Sorge hat das Team von „Mathilde 17“ allerdings noch: Die Finanzierung ist bislang nicht gesichert. „Wir sind auf der Suche nach Sponsoren. Vielleicht können wir ja die Druckkosten durch Werbeanzeigen finanzieren“, hofft „Mathilde 17“-Projektleiterin Alexandra Pashalidis.
Wenn alles glatt läuft, soll das „Stadtteil-Geschichten-Kochbuch“ im Rahmen eines großen Koch-Events vorgestellt werden.
Es werden noch Rezepte und Geschichten gesucht. Kontakt: Begegnungsstätte „Mathilde 17“ Telefon: (0911) 23993570




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