Donnerstag, 15.11.2018

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Ex–Müllofen wechselte Besitzer

Ehemaliger Maxhütte-Miteigentümer Max Aicher übernahm Schwelbrennanlage - 02.02.2009

Hinter dem vereisten Main-Donau-Kanal erhebt sich die bereits abgetakelte Müll-Schwelbrennanlage. Ein interessantes Objekt - vor allem wegen des hafennahen Gewerbegrundstücks. © Hans-Joachim Winckler


Dies bestätigt Wirtschaftsreferent Horst Müller auf Anfrage der Fürther Nachrichten. Bauunternehmer Günther Karl, der noch Ende August gegenüber den FN erklärt hatte: es deute sich in Sachen neuer Nutzung etwas an und in sechs Wochen wisse er mehr, hat die 1999 von Siemens erworbene Anlage an die Freilassinger Max Aicher GmbH verkauft.

125 Millionen Euro hatte Siemens in die Pilotanlage investiert. Mehrere Störfälle brachten für das wegen hochgiftiger Schwelgase in der Öffentlichkeit sehr umstrittene Projekt schon nach wenigen Betriebswochen das Aus. 4,4 Millionen Euro musste die Stadt an Siemens für das Scheitern zahlen, weitere 2,5 Millionen Euro der dem damaligen Müllzweckverband angeschlossene Landkreis.

Karl, der auch die Zirndorfer Müllverbrennungsanlage verschrottet hatte, erwarb die Anlage für rund drei Millionen Euro. Verschiedene Weiterverkäufe, unter anderem auch im Zusammenhang mit dem von der infra geplanten Biomasse-Großkraftwerk (inzwischen in abgespeckter Form in Cadolzburg vorgesehen), waren laut Müller wieder rückgängig gemacht worden, bevor Karl mit Max Aicher handelseinig wurde.

Über den Kaufpreis gibt es keine gesicherten Informationen. Aicher-Firmensprecher Jörg Mader teilte auf Anfrage der FN hinsichtlich der weiteren Planungen lediglich mit, dass mit Sicherheit keine Schwelbrennanlage mehr betrieben werden solle. Schlagzeilen hatte Aicher mit der Übernahme der Maxhütte gemacht. Der Fürther Wirtschaftsreferent wundert sich indes, weshalb der neue SBA–Eigentümer noch keinen Kontakt zur Kommune gesucht habe. Müller: «Das ist im Hinblick auf die Grundstücksentwicklung sehr ungewöhnlich.»

Die Stadt hat sich bereits bei der Erweiterung des Daimler-Logistikzentrums mit über 300 Beschäftigten unmittelbar neben der SBA engagiert und möchte auf ihrem eigenen 30 000 Quadratmeter großen SBA–Nachbargrundstück an der Rezatstraße gerne weitere Unternehmen ansiedeln. VOLKER DITTMAR 

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