|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Claudia Floritz ist keine, die um den heißen Brei herumredet. „Die Luft wird dünn. Wie es weitergeht, weiß ich derzeit nicht“, sagt die Fürther Kulturamtsleiterin, die seit 2005 das Internationale Klezmer Festival leitet – und zwar überaus erfolgreich.
Doch bei Budgetkürzungen von über 30 Prozent seit 2006 wirkt auch eine optimistische, tatkräftige Person wie Floritz langsam ratlos. „Ich finde, eine Stadt muss sich zur städtischen Kultur bekennen“, sagt sie. „Man kann Kultur nicht ausschließlich Sponsoren überlassen.“ Wenn sie weiter vom imagebildenden, internationalen und identitätsstiftenden Charakter des Festivals schwärmt, das „nicht unerheblich“ zur „Stolzarbeit“ der Stadt beitrage, und wenn sie verspricht, sich beim Oberbürgermeister für die Sanierung des Kulturhaushalts einzusetzen, dann wird klar, dass Claudia Floritz die Flinte noch lange nicht ins Korn geworfen hat. „Meine Leidenschaft ist ungebrochen. Auch mit wenig Geld.“
Das Publikum — knapp 7000 Besucher kamen zum 12. Festival 2010 — wird von den finanziellen Nöten diesmal noch nichts mitbekommen: Das Programm für die 13. Ausgabe des weltweit renommierten Musik-Marathons, der heuer in rund 30 Konzerten Musiker aus insgesamt 15 Nationen präsentiert, ist so vielfältig wie eh und je. Und wieder gelingt der gewollte Spagat zwischen Tradition und Moderne mühelos; so gehört der junge amerikanische Geiger Jake Shulman-Ment ganz klar zu den Traditionalisten und Spurensuchern, für die wie gewohnt das erste Festival-Wochenende reserviert ist. Obwohl er sich mit seinem Ensemble auch mal aufs Feld der experimentellen Musik treiben lässt, bleibt er doch stets seinen Wurzeln in der traditionellen jüdischen Musik treu (9. März, 19.30, Kulturforum).
Genauso der New Yorker Bassist Benjy Fox-Rosen. Der präsentiert im Anschluss um 22 Uhr mit seinem Quintett eine Synthese aus jiddischen Volksliedern, Kunstliedern, Klezmer und Eigenkompositionen. Neben alten Bekannten wie dem hinreißenden David Orlowsky Trio mit seiner „Kammerweltmusik“ (10. März, 20 Uhr, Kirche St. Peter und Paul), dem Klassik-Jazz-Swing-Klezmer-Klarinettisten Helmut Eisel (10. März, 22 Uhr, Kulturforum) oder den „Rolling Stones der Klezmerszene“, den Klezmatics (17. März, 19.30 Uhr, Kulturforum), sind es vor allem die Exoten und Grenzgänger, die das Festival Jahr um Jahr so facettenreich machen.
The Heart & The Wellspring aus Israel etwa präsentieren den melodischen Reichtum chassidischer Musik, in die sie gekonnt Klänge aus allen vier Himmelsrichtungen einflechten (14. März, 20 Uhr, Kulturforum). Die Russen mit dem schönen Namen Opa! haben schon einmal mit ihrem stürmischen Klezmer-Pop-Gebräu das Kulturforum überschwemmt und werden sich sicher auch diesmal nicht lumpen lassen (16. März, 19.30 Uhr, Kulturforum).
Bleibt abzuwarten, ob die israelischen Crossover-Spezialisten Ramzailech mit ihrem Hardcore-Klezmer da nicht noch eins drauf setzen. Ohne Hemmungen verbinden sie die von klassischer, chassidischer und arabischer Musik geprägten Traditionen mit Rock, Hip-Hop, Jazz und Drum&Bass (17. März, 22 Uhr, Kulturforum).
Einen nicht weniger gewagten künstlerischen Spagat legt die amerikanisch-kanadische Formation Abraham Inc. aufs Parkett. Die zehnköpfige Band um die Klezmer-Jazz-Koryphäe David Krakauer (Klarinette), den ehemaligen James-Brown-Posaunisten Fred Wesley und den DJ SoCalled kreiert zum Festival-Abschluss eine wilde Mischung aus afroamerikanischer Populärkultur und jüdischer Musik (18. März, 19.30 Uhr, Stadttheater).
Erstmals werden in diesem Jahr übrigens auch die ganz jungen Besucher mit einbezogen. Das regionale Duo Nu will in seinem Programm „Klezmer für Kinder“ mit viel Spaß und allerlei Mitmachaktionen Musik und Sprache des Ostjudentums erfahrbar machen (17. März, 16 Uhr, Kulturforum). Auch auf liebgewonnene Institutionen wie das Lokalpodium mit Bands aus dem hiesigen Großraum, die inzwischen bestens eingeführte Klezmer-Disco mit DJ Yuriy Ghurzy und die zahlreichen Workshops muss man nicht verzichten.
„Ich habe noch weitere Ideen“, verspricht Claudia Floritz beim Pressetermin abschließend, „also wird’s auch ein nächstes Klezmerfestival geben.“ Es ist ja auch nicht so, dass es keine Nachfrage gäbe: Die Klezmer-Brunches sind bereits komplett ausverkauft, für viele der Konzerte gibt es nur noch Restkarten.
Tickets im Vorverkauf offeriert der FN-Ticket-Point (Rudolf-Breitscheid-Straße 19), wo Abonnenten mit ZAC-Karte 20 Prozent Rabatt erhalten.
www.klezmerfestival.de



