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Donnerstag, 16.08.2018

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FabLab in Veitsbronn: Offene Werkstatt für jedermann

Am Sonntag wurde Eröffnung gefeiert - Neueste Technologie zum Ausprobieren - 10.12.2017 16:00 Uhr

Formen und Farben sind kaum Grenzen gesetzt — am 3D Drucker kann Kunterbuntes entstehen, aber auch das eine oder andere nützliche Ersatzteil. © Foto: Thomas Scherer


Die gute alte Tischkreissäge und das Standbohrgerät sucht man in einem FabLab vergebens. Hier ist HighTech zu finden: CNC-Fräsen oder 3D Drucker. Das Motto lautet "Träume — Baue — Teile" (mehr dazu im Artikel links).

Doch bevor das Motto jetzt umgesetzt werden kann, musste der Motor des Projektes, Jochen Vogl, Überzeugungsarbeit leisten. Veitsbronns Bürgermeister Marco Kistner erinnert sich noch an sein erstes Gespräch mit Vogl. "Über meinen Kopf waren viele Fragezeichen zu sehen", räumt er ein. Mittlerweile ist Kistner begeistert von der Bewegung, die modernste Technik für alle Interessierten nutzbar macht. Die Gemeinde hat für die Räumlichkeiten des FabLab zirka 180 Quadratmeter der alten Mittelschule zur Verfügung gestellt. Kistner betonte bei der Einweihung: "Das ist das FabLab für den gesamten Landkreis."

Neues und Gespendetes

Denn über den Landkreis konnte der Trägerverein 34 500 Euro aus Leader-Mitteln, einem Fördertopf aus Brüssel, locker machen. Zusammen mit Sponsorengeld von Firmen aus der Metall-, Kunststoff- oder Holzverarbeitung kamen 45 000 Euro für die Erstausstattung zusammen. Davon wurden unter anderem zwei Laser-Cutter zum Gravieren und Schneiden sowie ein 3 D-Drucker angeschafft. Daneben gibt es noch etliche Laptops oder Geräte, die als Leihgaben aus Privatbesitz stammen. Ein gebrauchtes Sandstrahlgerät kommt von einem der Sponsoren.

Der laufende Unterhalt wird in Veitsbronn aus den Mitglieds- und Förderbeiträgen des Vereins bestritten. Erstaunlicherweise hat der Verein schon vor der offiziellen Eröffnung der Werkstatt 100 Mitglieder. Von zwölf bis über 70 Jahre reicht die Altersspanne. Ein Aspekt, den auch Landrat Matthias Dießl bei der Eröffnung beeindruckend fand: "Hier können Ältere an Jüngere Erfahrung weitergeben, aber auch die Jüngeren den Älteren etwas erklären."

Viele kreative Träume wünschten denn auch die Ehrengäste den Besuchern des FabLab. Der Vereinsvorsitzende Vogl hat diese Träume längst, sein Stellvertreter Roman Dufek wies schon mal vorsorglich darauf hin, dass mehr Geräte natürlich auch mehr Platz benötigten, denn ein Drehbank und eine Pressmaschine stehen noch auf der Wunschliste. Geöffnet ist das FabLab zwar für jeden, aber es wendet sich speziell an Schulen und Betriebe, ist auch ein Teil des Bildungsstandortes Landkreis Fürth. Schüler und Azubis haben dort die Möglichkeit, ihre Scheu vor Technik zu verlieren, einfach mal etwas auszuprobieren und ihre eigenen Ideen umzusetzen.

Das kommt so gut an, dass sich laut Dufek sogar Weltfirmen wie Adidas und Schaeffler aus dem nahen Herzogenaurach in Veitsbronn umgesehen haben. Zu den ersten Erfolgen zählt auch, dass zwei jungen Leute dank ihrer Erfahrungen im FabLab ihre Traum-Ausbildungsstellen gefunden haben, erzählt Vogl. Was ausprobiert werden kann, war am Eröffnungstag passend zur Jahreszeit gewählt: neonbunte Weihnachtsbäume aus Plastik aus dem 3D Drucker oder filigran gestaltete Christbaumanhänger in Form von Sternen und Rentieren, geschnitten mit dem Laser-Cutter.

Mit 60 Euro Jahresbeitrag und einer Einführung an den Geräten ist man Teil der FabLab-Familie. Ein Chip ermöglicht Tag und Nacht Zutritt zur Werkstatt in der Veitsbronner Schule und gemäß dem Motto "Träume — Baue — Teile" kann es losgehen.

Ab Januar werden neuen Mitglieder willkommen geheißen und an den Geräten angelernt. 

BEATE DIETZ

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