Zunächst wird die Firma Edeka den Kreisel bauen und auch bezahlen, kalkuliert wird mit 747000 Euro. So steht es im Vertrag, über den der Cadolzburger Gemeinderat jetzt gegen nur eine Stimme beschlossen hat. Da Edeka aber auf Dauer nur die Hälfte der Investition tragen wird, gibt sich der Markt fünf Jahre Zeit, um einen zweiten Geldgeber zu finden.
Nach dem aktuellen Stand muss die Gemeinde aber gar nicht mehr nach einem Investor suchen. Im Gemeinderat präsentierte Bürgermeister Bernd Obst (CSU/FWG) die Firma GAP, eine Gesellschaft, die sich auf die Planung von Fachmarktzentren spezialisiert hat. „Wir sind seit drei bis vier Jahren im Gespräch mit GAP, für die Cadolzburg ein interessanter Standort ist“, berichtete Obst. Über konkrete Pläne des Investors bezüglich der Fläche in der Nachbarschaft von Edeka machte der Rathauschef allerdings keine Angaben.
Im Vorfeld des Beschlusses hatte Obst einen Drogerie- und einen Baufachmarkt auf seinem Wunschzettel. Johannes Strobl (SPD) plädierte ebenfalls für Fachhändler und gegen einen weiteren Discounter (die FN berichteten). In der aktuellen Sitzung diskutierte der Gemeinderat nur über die grundsätzliche Entscheidung einer Ansiedlung von Läden im einzig freien Quadranten um den geplanten Kreisverkehr.
Gegen eine Ansiedlung der Einzelhändler und eine weitere Versiegelung von Flächen sprach sich allein Karl Heinz Tiefel (FWG) aus. „Wir haben uns in eine Zwickmühle begeben, weil Edeka weder den Kreisel noch das Regenrückhaltebecken ganz bezahlt“, sagte Tiefel. In den Vertrag mit Edeka würden nun weitere Investoren eingeplant werden, über die der Gemeinderat noch gar nicht beschlossen habe.
Kein Rat schlug sich auf die Seite des Einzelkämpfers. Die SPD forderte laut den Worten ihres Sprechers Hermann Zempel eine „vernünftige Ortsrandeingrünung“ und trägt das Bauvorhaben im nordwestlichen Quadranten mit, so lange es nicht in Konkurrenz mit dem innerörtlichen Handel tritt.
„Wir wollen Edeka haben“ formulierte Georg Krauß für die PWG, die Freien Wähler Cadolzburgs. Krauß beschwerte sich implizit über die Firma Cadolto, die wegen der für sie nötigen Durchfahrt ihres Schwerlastverkehrs den Preis für den Kreisverkehr hoch getrieben habe. Krauß und Obst bedauerten, dass Edeka nicht wie geplant das ganze Regenrückhaltebecken bezahlen wird, das für die Entwässerung des Baugebiets Gierersberg nötig ist.
Wie berichtet, wird der Investor nur zehn Prozent des Beckens finanzieren. Dass Edeka nur diesen Anteil an dem Regenrückhaltebecken selbst brauchen würde, habe seine Verwaltung im Vorfeld nicht wissen können, erklärte Obst.
Mit dem Beschluss des Gemeinderats kann der Vertrag zwischen der Marktgemeinde und der Firma Edeka unterzeichnet werden. Einem Umzug des Marktes aus der Tiembachstraße scheint damit nichts mehr im Wege zu stehen. Einzig das Staatliche Bauamt, das für die Staatsstraße verantwortlich ist, macht den Vertragspartnern noch Sorgen: Vor Weihnachten schaffte es das Amt nicht mehr, seine unterschriftsreife Zustimmung zum Kreisverkehr zu formulieren. Doch Cadolzburg und Edeka wollen jetzt ohne die endgültige Vereinbarung mit den Nürnbergern voran schreiten.



