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Faire Weihnachtsplätzchen: Oberasbach macht's vor

In der Weihnachtszeit kann man Kleinbauern stärken - 11.12.2017 11:00 Uhr

Mit gutem Beispiel voran: Wer bei Weihnachtsbäckerei auf faire und regionale Zutaten setzt, kann die Welt ein bisschen besser machen. © Foto: Peter Budig


Das Bemerkenswerte an diesem Backtreff sind die Zutaten: Mehl, Nüsse, Mandeln, Schokolade, Vanilleschoten, Rohrzucker, Datteln und Kokos – sie alle stammen aus fairem Handel. Die anderen Produkte, wie Eier und Milch, kommen vom regionalen Bio-Bauern Kleinlein. Einen Samstagnachmittag kneteten, rührten und rollten die Mitglieder der "Steuerungsgruppen" der Fair Trade-Bewegung aus Oberasbach und Cadolzburg, was das Zeug hielt.

Ein gutes Dutzend Backfans waren ins "Küchenteam" von Marion Schulz gekommen. Bei dem Küchen-Ausstatter gibt es nicht nur reichlich Platz und eine professionelle Ausstattung für die Weihnachtsbäckerei. Auch ist die Chefin seit langem Anhängerin des Fair Trade-Gedankens und bietet in einer Nische ihres Ladens Fair Trade-Produkte zum Kauf an.

Fair Trade ist derzeit in aller Munde. Der Landkreis Fürth und beide Kirchen machen mit und verpflichteten sich etwa zum Kauf solcher Produkte. Fair Trade ist auch ein Angebot an alle, die denken — und es mitunter laut sagen: "Wir kleinen Leute können doch eh nichts ändern". Denn Fair Trade heißt, die Welt ein bisschen besser zu machen, anderen eine anständige Chance einzuräumen, und so Fluchtursachen zu beseitigen.

"Fair Trade verbindet Konsumentinnen und Konsumenten, Unternehmen und Produzentenorganisationen und verändert Handel(n) durch bessere Preise für Kleinbauernfamilien, sowie menschenwürdige Arbeitsbedingungen für Beschäftigte auf Plantagen in Entwicklungs- und Schwellenländern." So steht es auf der Homepage der Fair Trade-Initiativen.

Die Anfänge der Bewegung, die den Erzeugern landwirtschaftlicher Produkte in Entwicklungsländern faire Arbeitsbedingungen und Preise gewährleisten wollte, gehen in die 1960er Jahre zurück. Zunehmend wird heute auch auf biologischen Anbau, anständige Arbeitsbedingungen für Landarbeiter, Bildung für deren Kinder – kurz ein umfassendes Öko- und Sozialsystem — Wert gelegt, das Hilfe zur Selbstentwicklung bieten soll. Laut der Dachorganisation profitieren 1,5 Millionen Landwirte weltweit von diesem Netzwerk. Fair Trade-Produkte mit entsprechendem Siegel gibt es unter anderem in den Weltläden und zunehmend auch in Supermärkten.

Hochsaison Advent

Es ist kein Zufall, dass gerade vor Weihnachten besonders viel Öffentlichkeitsarbeit für fairen Handel betrieben wird. Schließlich kann beim Plätzchenbacken, Kleider- und Weihnachtsgeschenkekauf mit Gaben aus dem fairen Handel viel Gutes bewirkt werden. So gibt es zum Beispiel vegane, "faire" Gummibärchen aus frischem Mangokonzentrat, von denen von jeder Packung 20 Cent an "Preda" gehen, das unter anderem ein Therapiezentrum auf den Philippinen für sexuell missbrauchte Kinder unterhält.

Die Plätzchenrezepte kann man auf www.kuechenteam-schulz.de nachlesen. 

PETER BUDIG

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