|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Knut Vanmarcke und Dirk Voßberg, die sich Vico und Peter Malente nennen und die muntere Künstler-Familie von der Waterkant gegründet haben, nehmen das jährliche TV-Ereignis erwartungsgemäß nicht ganz ernst – und dennoch ist ihnen die Leidenschaft für diesen Musik-Wettbewerb deutlich anzumerken. Zweifellos gehören sie zu jenen, die in ihrer Kindheit an Grand-Prix-Abenden lange aufbleiben, mitfiebern und Punktetabellen führen durften.
Flankiert wurden die beiden Autoren der Schlager-Revue „12 Punkte für ein bisschen Frieden" von Bianca Arndt und Christin Deuker, zwei veritablen Tänzerinnen und Sängerinnen. Sie starten ihre Zeitreise nach einem Best-of-Medley am Anfang der Song-Contest-Geschichte: Ende der 1950er Jahre, die Herren im Rüschenhemd, die Damen mit steil toupierter Frisur. In den 1970ern wurde es klamottentechnisch hauteng und knallbunt, in den 1980ern lässig.
Ob „Waterloo“, „Save all your kisses for me“ oder Katja Ebsteins Gassenhauer „Theater“: Die Malentes schlüpfen in viele Rollen, die Gäste klatschen mit und schwenken eigens verteilte Fähnchen. Als Nicole mit ihrem Siegertitel „Ein bisschen Frieden“ gleich vierfach auftritt, natürlich mit weißen Gitarren und sagenhaften Tupfen-Kleidern wie damals in Harrogate, kocht der Saal. Und dann singt das Quartett auch noch Deutsch, Englisch, Französisch und Holländisch — aber mehr gegen- als miteinander. Mehr braucht der Franke nicht zum Fröhlichsein. Auch Lena fehlt in dieser Revue nicht, mit
„Satellite“ steht sie für Gegenwart und Modernisierung des Events.
Der Rahmenhandlung, wonach Familie Malente am aktuellen Wettbewerb für Deutschland teilnimmt und ins ominöse Moldibeidschan reist, wo nichts funktioniert, entspringen zahllose Witze und Witzchen. Aufs Korn nimmt das Quartett die Eigenheiten diverser Länder, so etwa die (angebliche) österreichische Blockade-Haltung gegen die deutschen Beiträge und das peinvolle Punkte-Geschacher der osteuropäischen Staaten.
Unter Voßbergs Regie tut sich eine kindlich vergnügte Zauberwelt auf. Wem das allzu simpel ist, der darf beim nächsten Evergreen wieder mitsummen. Und eines ist eh klar: Die Familie Malente hat einen treffsichereren Humor als die Stadt Düsseldorf, der 2011 als ESC-Gastgeber der Fehler unterlief, in die Begleithefte zum Song Contest von „Schwulen" anstatt von „Schulen" zu schreiben. Dann doch lieber Vicos und Peters wohlfeile Scherze.
„12 Punkte für ein bisschen Frieden“: bis 15. Februar täglich außer montags, jeweils 19.30 Uhr (sonntags 15 Uhr), Comödie (Theresienstraße 1). Tickets (21-35 Euro) bei Franken-Ticket (Kohlenmarkt 4, Tel. 749340) und an der Abendkasse.



