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Reisen, Tiere, Geschichte oder Sport — gibt es ein Thema, das Sie nicht mit der Kamera festhalten?
Manfred Scholz: Es hat jeder von uns seine Vorlieben. Reisefilme dominieren bei unseren Wettbewerben. Wir zeigen außerdem Reportagen, Musicclips, Filme über lokale Ereignisse und kurze Spielfilme.
20 Minuten darf ein Beitrag beim Wettbewerb maximal lang sein. Ist das nicht ein bisschen kurz für einen Spielfilm?
Manfred Scholz: Nein, überhaupt nicht. Ich selbst hatte beim Lesen eine Anregung für einen Spielfilm entdeckt und mich zwei Jahre damit beschäftigt, um einen passenden Ort für den Dreh zu finden. In Griechenland ist dann daraus mein Film „Die Stunde des Pan“ geworden, mit dem ich eine Silbermedaille bei einem Bundeswettbewerb gewonnen habe. Viel Arbeit für 20 Minuten.
Apropos Silbermedaille, das Landesfilmfestival ist auch ein Wettbewerb. Wie werden die Preise vergeben?
Manfred Scholz: Eine Jury bewertet nach jedem Block die Beiträge, das wird öffentlich gemacht. Jeder kann zuhören, was die Preisrichter von den Filmen halten. Die Jurymitglieder kommen in diesem Jahr von den einzelnen fränkischen Clubs, aber wir hatten auch schon Vertreter des Bayerischen Rundfunks dabei.
Bestimmt freut sich jeder über die Anerkennung. Verschwinden die Filme danach wieder in privaten Archiven?
Gerhard Leis: Nein, die preisgekrönten Beiträge gehen weiter an den Bundeswettbewerb oder zu den Bayerischen Filmfestspielen.
Sind die Filme auch für Zuschauer interessant, die nicht vom Fach sind?
Gerhard Leis: Wir hoffen natürlich auf viele Besucher in Stein. Da ich schon alle Filme gesehen haben, weil ich sie auf Festplatte gespeichert habe, weiß ich, dass sehr interessante Beiträge dabei sind.
Verraten Sie doch schon einmal ein bisschen etwas.
Gerhard Leis: Es geht in exotische Länder wie Myanmar, Tibet oder Bhutan. Es gibt faszinierende Bilder von Störchen oder Bienen. Ein Sportfilm beschäftigt sich mit den Bamberger Basketballern. Ich denke, es ist für jeden etwas dabei.
Was steht bei Ihnen im Vordergrund, Technik oder eher Inhalte?
Manfred Scholz: In unserem Club sind es die Inhalte. Aber ich weiß von anderen, dass sie sich sehr ausgiebig über technische Fragen unterhalten. Da aber jeder andere Vorlieben bei der Ausrüstung hat, ist es oft für die einen langweilig, wenn die anderen über ihr Equipment reden.
Sie selbst sind sicher technisch hochgerüstet.
Gerhard Leis: Ja, es kann schon zum kostspieligen Hobby werden, ganz nach den eigenen Ansprüchen. Dank der Ausrüstung unterscheidet sich die technische Bildqualität unserer Filme kaum von Fernsehqualität.
Womit verbringen Sie mehr Zeit, mit den Aufnahmen oder mit dem Schneiden?
Gerhard Leis: Zum Beispiel für meinen Sieben-Minuten-Beitrag „Sankt Nikolaus in Durnholz“, der Bericht über eine Kirche in Südtirol, hatte ich zwei Stunden Rohmaterial. Das Texten und Aufsprechen des Kommentars, dazu das Schneiden — das hat zusätzlich zwei Wochen Arbeit gekostet.
Sonderpreise gibt es beim Festival in Stein auch. Wofür?
Manfred Scholz: Steins Bürgermeister Kurt Krömer hat den Preis für den besten Film mit lokalem Bezug gestiftet, ein weiterer Preis für hervorragende Kommentargestaltung kommt vom Unternehmen Faber-Castell und unser Filmclub verteilt eine Würdigung für ein außergewöhnliches Thema.
Landesfilmfestival Franken, 25./26. Februar, Alte Kirche (Alter Kirchplatz 6) in Stein. Samstag ab 9.15 Uhr, Sonntag ab 9 Uhr. Eintritt frei.



