Dienstag, 11.12.2018

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Feuerwehren im Landkreis funken digital

Reibungslose Umstellung auf die neue Technik — Keine Empfangslücken mehr - 04.12.2018 15:58 Uhr

Äußerlich sehen sie ziemlich identisch aus, aber sie haben ein völlig verschiedenes Innenleben: ein analoges und ein digitales Funkgerät (li.). © Foto: Hans-Joachim Winckler


Die Verzögerung führt Dieter Marx, als Kreisbrandrat seit Jahren federführend mit der Thematik befasst, auf technische Schwierigkeiten in der Integrierten Leitstelle Nürnberg zurück — und darauf, "dass wir bei der Anbindung den anderen zwei Landkreisen im Zuständigkeitsgebiet der Leitstelle, Nürnberger Land und Erlangen/Höchstadt, den Vortritt ließen".

Doch seit Ende Oktober funkt es zwischen der Leitstelle und den Feuerwehren im Landkreis Fürth wie auch unter den Truppen der Floriansjünger selbst nicht mehr analog, sondern digital. "Die Umschaltung verlief ohne Probleme, ebenso der laufende Funkverkehr seit dieser Zeit", so Marx. Der Rettungsdienst soll im Januar ebenfalls umgestellt werden.

Bisher unterhielt jede Behörde und Organisation mit Sicherheitsaufgaben (BOS) eigene analoge Funknetze, mit eigenen Frequenzen und räumlich begrenzten Reichweiten. Das entspricht jedoch nicht mehr den heutigen Anforderungen einer effektiven Kommunikation von Einsatzkräften, heißt es aus dem Landratsamt. Mit dem behördlichen Digitalfunk erhielten die Einsatzkräfte der Polizei, Feuerwehren und Hilfsorganisationen ein einheitliches und leistungsstarkes Kommunikationsmittel. Es ermögliche eine organisationsübergreifende und bundesweite Verständigung und vereinfache die Arbeit bei komplexen Einsatzszenarien. "Damit unterstützt die Digitalfunktechnik eine schnelle und verlässliche Hilfe in Not- und Katastrophenfällen für die Bevölkerung", sagt Landrat Matthias Dießl.

Die Vorteile des digitalen Behördenfunks liegen anders als etwa bei der Polizei für die Feuerwehren nach Einschätzung von Marx nicht in dessen Abhörsicherheit — "bei uns kriegt eh jeder mit, wenn wir ausrücken" — sondern mehr in der Tatsache, dass Nebengeräusche herausgefiltert werden können und die Sprachverbindung damit besser ist.

"Wenn also der Maschinist neben der Pumpe steht, ist er trotzdem deutlich zu verstehen." Gerade im westlichen Landkreis liefere der Digitalfunk zudem eine wesentlich bessere Verbindung, speziell in Langenzenn und Wilhermsdorf war das nötig.

Der größte Vorteil ist nach Einschätzung von Marx allerdings, dass bei Großschadensfällen oder Großwetterlagen Gruppen zusammengeschaltet werden können. So wird der Kreis der Empfänger eingeschränkt. Analog funkten alle auf einem beziehungsweise einigen wenigen Kanälen, was bei Großeinsätzen mitunter zu einem Funksalat geführt habe, in dem kaum mehr einer etwas verstand.

Alarm bleibt analog

Alarmiert werden die Feuerwehren vorerst aus technischen Gründen weiterhin analog. Das Verfahren, so Marx, sei noch nicht ausgegoren, mit digitalen Alarmierungen rechnet er frühestens 2020/21. Für Zirndorf zum Beispiel heißt das, die Feuerwehrleute werden weiterhin ihren Piepser am Gürtel tragen und in den Dörfern schrillt weiter die über analoges Signal ausgelöste Sirene.

Die jährlich laufenden Kosten des digitalen Netzbetriebes für den Landkreis Fürth belaufen sich auf 20 000 Euro. Die Anschaffungskosten der Geräte und deren Einrichtung nur für die Kreisbrandinspektion und den Katastrophenschutz lagen bei rund 35 000 Euro.

Sehr viel teurer kommen die rund 850 digitalen Geräte, die für die 52 Feuerwehren in den 14 Landkreisgemeinden angeschafft und eingebaut wurden. Für sie hatte der Landkreis eine Sammelausschreibung durchgeführt. Bei der Firma, die das Rennen machte, haben die Kommunen dann direkt die Funkgeräte bestellt: 850 an der Zahl. 80 Prozent der Kosten übernimmt der Freistaat. 

Sabine Dietz

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