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Wie ergeht es einem Rollstuhlfahrer, wenn er einkaufen oder eine Bar besuchen möchte? Die meisten Menschen würden daran nicht einen einzigen Gedanken verschwenden. Ganz anders die Projektgruppe aus der Klasse 12TB der Berufs- und Fachoberschule Max Grundig. Statt eine Hausarbeit zu diesem Thema zu schreiben, nahmen sechs Schüler an einem Wettbewerb des Nachrichtenmagazins Focus teil und arbeiteten daran, die Internetseite wheelmap.org in Fürth bekanntzumachen.
Der Schüler Alexander Meyer brachte sein Team auf die ausgefallene Idee. „Wheelmap gibt es bisher nur in Berlin“, sagt der 23-Jährige. Er sei im vergangenen Jahr über das Internet darauf gestoßen. „Wir wollten etwas Soziales machen und gleichzeitig selbst aktiv werden“, fügt Meyer hinzu. Schnell hatte er mit den Erfindern von Wheelmap, einem gemeinnützigen Netzwerk namens Sozialhelden aus Berlin, Kontakt aufgenommen. Dann konnte es auch in Fürth losgehen: Insgesamt trug die Gruppe 200 Orte auf einer digitalen Karte ein und bewertete sie nach bestimmten Kriterien bezüglich ihrer Barrierefreiheit. Hintergedanke bei wheelmap.org ist nämlich, dass jeder über das Internet Orte bei Open Street Map, einer frei zugänglichen digitalen Karte, eintragen kann. Wie bei Wikipedia profitieren damit alle vom Wissen eines Einzelnen. Passend dazu gibt es eine App für das iPhone. „Weitere Möglichkeiten für die Nutzung mit Smartphones folgen“, kündigt Alexander Meyer an.
Außerdem startete die Gruppe einen Selbstversuch: Marc Lämmermann und Sebastian Kaemmerer machten sich samt Rollstuhl auf in die Fürther Fußgängerzone. Für die beiden waren die Reaktionen erschreckend: „Wie die Leute uns angeguckt haben, das war dann schon störend“, erinnert sich Lämmermann.
In einem kleinen Film – zu sehen auf ihrer Internetseite wheelmap.kandaras.de – zeigen die beiden die Gefahren verschiedener alltäglicher Situationen. Mit Hilfe von Wheelmap versuchen sie jetzt, ganz Fürth nach den Kriterien der Barrierefreiheit zu erfassen.
Zeit haben sie noch: Der Wettbewerb von Focus ist noch in vollem Gange. Von der Fürther Referentin für Soziales, Jugend und Kultur, Elisabeth Reichert, gab es für die Schüler bereits jetzt die erste Auszeichnung. Sie lud die Fachabiturienten zum Beirat für Soziales ein, bei dem die Gruppe Wheelmap vorstellen und bekanntmachen soll.
Mitmachen kann jeder im Internet unter der Adresse wheelmap.kandaras.de



