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Fürth auf Konfrontationskurs mit Investor

Es droht Ärger: Rathaus will an der Austraße altes Baurecht einschränken - 21.03.2017 06:00 Uhr

Eine grüne Oase in der dicht bebauten Südstadt: Das Villengrundstück Ecke Austraße, Flößaustraße (re.) soll nach dem Willen des Fürther Bauausschusses nicht so dicht bebaut werden, wie es der Bauträger beabsichtigt. © Foto: Edgar Pfrogner


Einstimmig hat der städtische Bauausschuss diese Richtlinie bei seiner jüngsten Zusammenkunft festgeklopft. Dazu wurde das Aufstellen eines neuen Bebauungsplanes mit deutlich reduzierter bebaubarer Fläche beschlossen. Der rechtsverbindliche Bebauungsplan aus dem Jahre 1964 ermöglicht eine Bebauung von 610 Quadratmeter Grundfläche mit 2470 Quadratmeter Geschossfläche.

Beantragt hatte der Nürnberger Bauträger Bauhaus, Liebe und Partner, für 29 Wohnungen das Bebauen von 668 Quadratmeter. Die Geschossfläche sollte 3159 Quadratmeter betragen. Weil dafür nicht nur Baumriesen geopfert werden müssten, sondern auch der Blick auf die schmucke Sandsteinvilla verbaut werden würde, kommt eine Genehmigung unter Befreiung von den Vorgaben des alten Bebauungsplanes für die Stadt nicht in Frage. Als Vorschlag zur Güte hat das Baureferat eine höhere, fünfgeschossige Bebauung plus Penthouse auf nur noch 490 Quadratmeter mit dann jedoch 2725 Quadratmeter Geschossfläche angeregt.

Weil nach den Worten von Baureferent Joachim Krauße absehbar ist, dass die Sache vor Gericht landet, hat die Kommune auch die Verkaufsbereitschaft des Bauträgers ausgelotet. Für zwei Millionen Euro, so Krauße, wäre er bereit, das Grundstück an die Stadt abzutreten. Eine Summe, die für den Baureferenten jenseits der Schmerzgrenze liegt. Allerdings hat die Stadt den Investor wegen eines Baumfrevels 2012 am Scherbsgraben bereits selbst zur Kasse gebeten.

Im April sollen die Bauausschussmitglieder über den Umfang der Verringerung der Baufläche beraten. Vorschläge für eine reduzierte Alternativbebauung haben auch Anwohner bereits ausgearbeitet.

Bedenklich ist für den Kreisvorsitzenden des Bundes Naturschutz, Reinhard Scheuerlein, jedoch nicht nur der Umfang der Baukörper, sondern vor allem der Eingriff in den Boden. Durch die Tiefgarage droht seiner Ansicht nach schwerer Schaden für die Wurzeln der mächtigen Ahorne, Buchen, Eichen und Linden. Wie Grünen-Stadtrat Harald Riedel zu bedenken gibt, reicht die Tiefgarage nach den bisherigen Plänen bis an die historische Villa, deren Eingangsportal während der Bauzeit abgetragen werden müsste. Die Tiefgaragenfrage ist daher ebenfalls noch ein ungelöstes Problem.  

VOLKER DITTMAR

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