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Samstag, 22.09.2018

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Fürth bekommt neue Gemeinschaftsgärten

Eine Anlage soll auf der Hardhöhe und eine unterhalb der Friedenstraße entstehen - 16.03.2018 06:00 Uhr

Die Gaußanlage heute. In diesem Bereich an der Soldnerstraße (im Hintergrund) will die Stadt heuer noch einen umzäunten Gemeinschaftsgarten mit Hochbeeten, Gerätehaus und einem Längsweg anlegen. © Foto: Hans-Joachim Winckler


Elf Areale sind im Vorfeld auf ihre Eignung untersucht worden. Die meisten Pluspunkte sammelte dabei der 400 Meter lange und 30 Meter breite Grünzug zwischen Gauß- und Voltastraße. Ein 1500 Quadratmeter großer Abschnitt nahe der Soldnerstraße soll für 120 000 Euro in einen Gemeinschaftsgarten verwandelt werden. Das passt jedoch den Grünen nicht, die lieber eine versiegelte Fläche aufbrechen würden. Ein aussichtsloses Unterfangen, wie Grünflächenamtsleiter Gerhard Vogel auf Anfrage der Fürther Nachrichten meint. Versiegelte Flächen seien noch schwerer verfügbar als Grünanlagen.

Auch vom Vorschlag, den neuen Gemeinschaftsgarten in den hinteren Teil des Grünzugs am Jugendhaus zu verlegen, wo weniger große Bäume das Gärtnern behindern, hält Vogel nichts. Hier stünden Altlasten im Boden dem Vorhaben im Weg. Weil die Erde auch im vorderen Bereich aus Zeiten der Flugplatznutzung mit Schadstoffen belastet ist, müssen Hochbeete angelegt werden. Eine Vorsichtsmaßnahme, die in Form einer Aufschüttung über Vliesplanen bereits bei der Anlage des Interkulturellen Gartens an der Uferpromenade praktiziert worden ist.

CSU-Stadtrat und Landwirt Dietmar Helm sieht die Einschränkung durch Bäume als nicht so gravierend an, weil es den Gärtnern doch in erster Linie nicht um maximalen Ertrag gehe, sondern um das Ausüben ihres Hobbys. Den Standortbedenken der Grünen hält Oberbürgermeister Thomas Jung entgegen, dass auch der Interkulturelle Garten in einem Grünzug angelegt wurde.

Der Entwurfsplan des Grünflächenamtes sieht neben einem Zaun und Längsweg durch die Anlage auch ein zentrales Gerätehaus mit Pergola sowie Kompostbehälter vor. Für Strom- und Wasseranschluss wird gesorgt. Die Finanzierung ist nach Angaben von Baureferentin Christine Lippert durch Spenden gesichert. Eine eigene Toilette gibt es nicht, die nächste ist jedoch im benachbarten U-Bahnhof untergebracht.

Offen für alle

Und noch einen weiteren Garten leistet sich Fürth im Jubiläumsjahr: In der Friedensanlage zwischen Pegnitz und Friedenstraße am Friedhof soll ein frei zugänglicher öffentlicher Nutzgarten entstehen. 40 000 Euro will die Stadt für die rund 400 Quadratmeter große Anlage bereitstellen. Auch sie wird vom Verein des Interkulturellen Gartens betreut. Wie Helga Balletta mitteilt, sind 16 Beete in zwei Kreisen geplant.

Die inneren acht sollen an interessierte Gartenfreunde vergeben werden. Sie sind im Gegensatz zu den acht äußeren Beeten nicht für die Allgemeinheit bestimmt. Aber ihre Pfleger sollen auch ein Auge auf die öffentlichen Beete haben. "Ohne feste Bezugspersonen funktioniert so etwas nicht", begründet die Vereinsvorsitzende diese Regelung.

Die Stadt Fürth hat im Jubiläumsjahr neben den beiden Gärten noch weitere Trümpfe parat. Zu den 36. Bayerischen Theatertagen vom 6. bis 23. Juni ist am Stadttheater für 10 000 Euro ein temporärer öffentlicher Garten geplant. Außerdem sollen im Laufe des Jahres für 100 000 Euro 200 Bäume im Stadtgebiet gepflanzt werden und für 30 000 Euro ist eine Fassadenbegrünung des alten Luftschutzbunkers an der Friedrich-Ebert-Straße geplant.

ZWer sich für die Mitarbeit im neuen Gemeinschaftsgarten auf der Hardhöhe oder dem essbaren Garten in der Friedensanlage interessiert, kann sich per Mail unter ikgfuerth@googlemail.com melden oder zu einem Informationsabend über beide Projekte am 10. April um 18.30 Uhr in die Volkshochschule kommen. 

VOLKER DITTMAR

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