Frank Kramer fand nach dem Spiel deutliche Worte. "Wenn man durch eine solche Elfmeterentscheidung verliert, ist das nur schwer zu akzeptieren", sagte der Trainer der SpVgg Greuther Fürth II in Richtung des Unparteiischen Jöllenbeck. Der hatte nach 66 Minuten und einem harmlosen Zweikampf des Fürther Lizenzspielers Philipp Langen mit Kassels René Ochs auf Elfmeter für die Gäste entschieden und damit für Bestürzung auf der Fürther Bank gesorgt. "Heute ist genau das passiert, was in einer Saison zwei- oder dreimal vorkommt: Wir waren klar besser, haben aber trotzdem verloren", so Kramer. Sein Kasseler Pendant, Ex-Profi Mirko Dickhaut, äußerte sich zu der strittigen Szene nicht, lobte stattdessen den Kampfgeist seiner Elf und die Moral, mit der sie nach dem frühen Rückstand zurückgekommen sei.
Bereits nach 14 Minuten hieß es 1:0 für die Hausherren. Felix Klaus hatte hinter der Mittellinie das Leder bekommen und zu einem Sololauf angesetzt, wurde von der Gästeabwehr kaum gestört und schoss aus rund 16 Metern ein. Ein Traumstart gegen den Aufstiegsaspiranten aus Nordhessen, der sich allerdings nicht geschockt zeigte. Nach einer Ecke - Kramer hatte im Vorfeld der Partie vor dem kopfballstarken Gegner gewarnt - stieg Mario Neunaber am höchsten und markierte per Kopf den Ausgleich. Bis zum Wechsel hatte das "kleine Kleeblatt" dann noch zwei Möglichkeiten, doch das Remis war nach 45 Minuten durchaus gerecht. Nach Wiederanpfiff kam Fürth mit Dampf aus der Kabine, doch die erste Möglichkeit hatten die Kasseler. SpVgg-Keeper Christian Krüger behielt jedoch im Gewühl die Übersicht (48.). Im Gegenzug hatte Jim-Patrick Müller die Chance zur Führung, doch KSV-Torhüter Morten Jensen war auf dem Posten. In der Folge kam Kassel ein wenig besser ins Spiel, Fürth blieb aber stets brandgefährlich, und erneut Müller (53.) prüfte Jensen.
Nachdem Andreas Mayer den Strafstoß verwandelt hatte, bliesen die Fürther zur Schlussoffensive und drängten auf den Ausgleich. Dies umso heftiger, als Kassels Sebastian Gundelach nach 75 Minuten und einem auch eher harmlosen Zweikampf mit Gelbrot des Feldes verwiesen worden war. Doch die eigene Abschlussschwäche und KSC-Keeper Jensen waren in dieser Phase die gefährlichsten Gegner der Fürther. Zweimal behielt der Torwart gegen Klaus (78., 84.) die Oberhand, dann retteten zwei seiner Mitspieler für den geschlagenen Schlussmann auf der Linie (90.). In der fulminanten Schlussphase hätten die Gäste dann sogar fast noch das 1:3 erzielt, doch Krüger lenkte einen Schuss des durchgebrochenen Tobias Damm neben den Pfosten.
SpVgg II: Krüger; Philp, Bauer, Roth (83. Stolz), Langen - Baumgärtel (80. Welzmüller)- Klaus, Trange, Schaab - Vogler (38. Giermeier), J.-P. Müller. Schiedsrichter: Jöllenbeck (Müllheim). - Zuschauer: 250. - Tore: 1:0 Klaus (14.), 1:1 Neunaber (21.), 1:2 Mayer (66. Faulelfmeter) Gelbe Karten: Schaab, Strangl, Klaus - Mayer, Gundelach. - Gelbrote Karte: Gundelach (75. wiederholtes Foulspiel).