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Fürth träumt von rauschenden Balltagen

Nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale herrscht Fußball-Euphorie in der Stadt - 10.02. 11:00 Uhr

FÜRTH  - Fürth steht Kopf: Nicht nur eingefleischte Fußballfans laufen seit dem Sieg gegen Hoffenheim am Mittwochabend mit glänzenden Augen durch die Stadt, ganz Euphorische sehen die SpVgg Greuther Fürth schon ins deutsche Pokalfinale am 12. Mai im Berliner Olympiastadion einziehen. Wir haben die Stimmungslage sondiert.

Fans und Spieler — im Bild Edgar Prib — feierten den Sieg in der Rhein-Neckar-Arena ausgelassen, viele hoffen nun auf weitere Höhenflüge.
Fans und Spieler — im Bild Edgar Prib — feierten den Sieg in der Rhein-Neckar-Arena ausgelassen, viele hoffen nun auf weitere Höhenflüge.
Foto: nph/Nollert
Fans und Spieler — im Bild Edgar Prib — feierten den Sieg in der Rhein-Neckar-Arena ausgelassen, viele hoffen nun auf weitere Höhenflüge.
Fans und Spieler — im Bild Edgar Prib — feierten den Sieg in der Rhein-Neckar-Arena ausgelassen, viele hoffen nun auf weitere Höhenflüge.
Foto: nph/Nollert

Das dürfte nur schwer zu toppen sein: Sepp Körbl ist am Mittwoch 50 geworden, mittags heiratete der Chef der SPD-Stadtratsfraktion mal eben seine langjährige Lebensgefährtin im Rathaus, am Nachmittag wurde beides mit Familie, Freunden und Bekannten in einem Bus gefeiert. Der Bus war unterwegs nach Sinsheim, und dort, in der Rhein-Neckar-Arena, sollte Körbl noch mehr Grund zum Feiern bekommen; er rundete den ohnehin schon außergewöhnlichen Tag mit dem Viertelfinalsieg seines Vereins ab. „Es war sicher der spektakulärste Geburtstag meines Lebens“, sagte der Lokalpolitiker, von Kindesbeinen an Fan der SpVgg, tags darauf auf FN-Anfrage.



Wahrscheinlich hat ihm auch Peter Heßler gratuliert, zumindest war der Allgemeinarzt und Wirt des „Gelben Löwen“ in der Gustavstraße ebenfalls unter den rund 5000 Mitgereisten aus Fürth. Während daheim, in Heßlers gern von SpVgg-Fans frequentierter Wirtschaft, nach dem Schlusspfiff bis früh um vier gefeiert wurde, wollten er selbst und Partnerin Susanne Dresel partout live dabei sein.

Von einer „unglaublich emotionalen Geschichte“ berichtet Heßler, von einer „Welle der Euphorie“ während des Spiels und danach. Und Heßler träumt schon: Im Mai erst der Aufstieg in die Erste Liga, danach ein Triumph im Pokalfinale – das wär’s doch. „Dann haben wir hier Ausnahmezustand. Das wird nicht nur eine rauschende Ballnacht, das werden rauschende Balltage.“

Eine rauschende Ballnacht wird Fürths Oberbürgermeister schon heute erleben. Thomas Jung ist beim Veitshöchheimer Frankenfasching zu Gast — und wie wird er sich dem Publikum im Saal und an den Fernsehbildschirmen präsentieren? Im Dress der SpVgg natürlich, inklusive kurzen Hosen und Schienbeinschonern. Gattin Heike wird ihn im Fürther Fan-Outfit begleiten.

Warm ums Herz

Dazu habe er sich nach dem Erfolg gegen Hoffenheim spontan entschlossen, den auch Jung samt Frau und Sohn im Stadion miterlebte; gestern holte sich Jung sein „Kostüm“ im Ronhof ab. Das Trikot eines bestimmten Spielers wird er bei der Faschingssause tragen, verrät der OB — welches, das soll eine Überraschung bleiben. Hauptsache ist für Jung, der in seinem Leben eher als eifriger Radler denn als begnadeter Kicker aufgefallen ist, „dass ich nicht selber spielen muss“.

Das überlässt er gern Begabteren, fiebert dann aber mit, wie eben am Mittwochabend: „Mich hat’s beim Zuschauen nicht gefroren, so warm ist mir ums Herz geworden.“ Natürlich auch, weil er um die Wirkung dieses Erfolgs für seine Stadt weiß: „Das ist allerbeste PR für Fürth“, sagt Jung — und der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller schlägt in dieselbe Kerbe. Er spricht von einem „Imagegewinn, der unbezahlbar ist.“

Im März, wenn bei der Übertragung des Halbfinales gegen Bayern, Dortmund oder Mönchengladbach zur besten Sendezeit viele Millionen vor den TV-Geräten sitzen, werde das „eine irre Geschichte“, schwärmt Jung. Von einem Finale, das Müller als „Übertraum“ bezeichnet, ganz zu schweigen — aber daran mag der OB noch gar nicht denken. Anders ist das mit dem Aufstieg. Nach einem Heimsieg am Sonntag gegen den Zweitliga-Konkurrenten Paderborn werde man schon mal prüfen, ob der Rathausbalkon für die Jubelfeier Anfang Mai taugt...

In solchen Fällen wäre dann auch Thomas Schier gefragt, der als Manager des Fürther Marketingvereins Experte für Massenveranstaltungen ist. Schier könnte sich bereits ein „Public Viewing“ vorstellen, sollte Fürth im Pokal-Halbfinale auswärts antreten — erst recht aber, wenn die SpVgg beim Finale in Berlin spielt. Mit 5000 bis 7500 Zuschauern auf der Freiheit wäre dann wohl zu rechnen, überschlägt Fußballfan Schier. Noch wichtiger ist jedoch auch für den Marketing-Mann der deutschlandweite Werbeeffekt für die Stadt: „Das“, sagt er, „ist kaum zu überbieten.“

  



Wolfgang Händel

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Im Jahr 1994 gelang die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga, 1996 trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt. Zurzeit ist die SpVgg Greuther Fürth durch die ununterbrochene Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga seit 1997 der "dienstälteste" Zweitligist. Im Volksmund wird der Verein auch als "Kleeblatt" bezeichnet.