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Das dürfte nur schwer zu toppen sein: Sepp Körbl ist am Mittwoch 50 geworden, mittags heiratete der Chef der SPD-Stadtratsfraktion mal eben seine langjährige Lebensgefährtin im Rathaus, am Nachmittag wurde beides mit Familie, Freunden und Bekannten in einem Bus gefeiert. Der Bus war unterwegs nach Sinsheim, und dort, in der Rhein-Neckar-Arena, sollte Körbl noch mehr Grund zum Feiern bekommen; er rundete den ohnehin schon außergewöhnlichen Tag mit dem Viertelfinalsieg seines Vereins ab. „Es war sicher der spektakulärste Geburtstag meines Lebens“, sagte der Lokalpolitiker, von Kindesbeinen an Fan der SpVgg, tags darauf auf FN-Anfrage.
Wahrscheinlich hat ihm auch Peter Heßler gratuliert, zumindest war der Allgemeinarzt und Wirt des „Gelben Löwen“ in der Gustavstraße ebenfalls unter den rund 5000 Mitgereisten aus Fürth. Während daheim, in Heßlers gern von SpVgg-Fans frequentierter Wirtschaft, nach dem Schlusspfiff bis früh um vier gefeiert wurde, wollten er selbst und Partnerin Susanne Dresel partout live dabei sein.
Von einer „unglaublich emotionalen Geschichte“ berichtet Heßler, von einer „Welle der Euphorie“ während des Spiels und danach. Und Heßler träumt schon: Im Mai erst der Aufstieg in die Erste Liga, danach ein Triumph im Pokalfinale – das wär’s doch. „Dann haben wir hier Ausnahmezustand. Das wird nicht nur eine rauschende Ballnacht, das werden rauschende Balltage.“
Eine rauschende Ballnacht wird Fürths Oberbürgermeister schon heute erleben. Thomas Jung ist beim Veitshöchheimer Frankenfasching zu Gast — und wie wird er sich dem Publikum im Saal und an den Fernsehbildschirmen präsentieren? Im Dress der SpVgg natürlich, inklusive kurzen Hosen und Schienbeinschonern. Gattin Heike wird ihn im Fürther Fan-Outfit begleiten.
Dazu habe er sich nach dem Erfolg gegen Hoffenheim spontan entschlossen, den auch Jung samt Frau und Sohn im Stadion miterlebte; gestern holte sich Jung sein „Kostüm“ im Ronhof ab. Das Trikot eines bestimmten Spielers wird er bei der Faschingssause tragen, verrät der OB — welches, das soll eine Überraschung bleiben. Hauptsache ist für Jung, der in seinem Leben eher als eifriger Radler denn als begnadeter Kicker aufgefallen ist, „dass ich nicht selber spielen muss“.
Das überlässt er gern Begabteren, fiebert dann aber mit, wie eben am Mittwochabend: „Mich hat’s beim Zuschauen nicht gefroren, so warm ist mir ums Herz geworden.“ Natürlich auch, weil er um die Wirkung dieses Erfolgs für seine Stadt weiß: „Das ist allerbeste PR für Fürth“, sagt Jung — und der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller schlägt in dieselbe Kerbe. Er spricht von einem „Imagegewinn, der unbezahlbar ist.“
Im März, wenn bei der Übertragung des Halbfinales gegen Bayern, Dortmund oder Mönchengladbach zur besten Sendezeit viele Millionen vor den TV-Geräten sitzen, werde das „eine irre Geschichte“, schwärmt Jung. Von einem Finale, das Müller als „Übertraum“ bezeichnet, ganz zu schweigen — aber daran mag der OB noch gar nicht denken. Anders ist das mit dem Aufstieg. Nach einem Heimsieg am Sonntag gegen den Zweitliga-Konkurrenten Paderborn werde man schon mal prüfen, ob der Rathausbalkon für die Jubelfeier Anfang Mai taugt...
In solchen Fällen wäre dann auch Thomas Schier gefragt, der als Manager des Fürther Marketingvereins Experte für Massenveranstaltungen ist. Schier könnte sich bereits ein „Public Viewing“ vorstellen, sollte Fürth im Pokal-Halbfinale auswärts antreten — erst recht aber, wenn die SpVgg beim Finale in Berlin spielt. Mit 5000 bis 7500 Zuschauern auf der Freiheit wäre dann wohl zu rechnen, überschlägt Fußballfan Schier. Noch wichtiger ist jedoch auch für den Marketing-Mann der deutschlandweite Werbeeffekt für die Stadt: „Das“, sagt er, „ist kaum zu überbieten.“
Do. 24.05.12
Do. 24.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12