Montag, 12.11.2018

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Fürther Bombenfund: Wer zahlt für die Evakuierung?

Der Großeinsatz vom Mittwoch ist für die Stadt mit Kosten verbunden - 09.03.2018 06:00 Uhr

Für den Polizeieinsatz bei der Evakuierung zahlt der Freistaat. © André De Geare


Die Polizei war mit 250 Einsatzkräften vor Ort, als am Mittwoch eine Evakuierungszone um den Bombenfundort eingerichtet wurde. Unterstützung gab es von rund 350 Helfern der Freiwilligen Feuerwehr und von Rettungsorganisationen wie BRK, THW, Johanniter. Viele mussten dafür ihre eigene Arbeit liegen lassen.

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Nach Bombenfund: Tausende Fürther werden evakuiert

Bei Bauarbeiten auf der Hardhöhe ist am Montag eine Fliegerbombe entdeckt worden. Für die Entschärfung am Mittwochnachmittag wurde das Areal großräumig evakuiert, Anwohner und Firmen mussten das Gebiet in einem Radius von 500 Metern räumen. Gegen 17.45 Uhr meldete der Sprengmeister: Die Bombe ist entschärft.


Ordnungsreferent Mathias Kreitinger sagte nun auf Nachfrage, er könne beim besten Willen nicht abschätzen, was die Aktion kosten wird. Es bleibe abzuwarten, wie viele Anträge auf Lohnkostenerstattung im Rathaus eingehen. Nach seiner Beobachtung machen Arbeitgeber ihre Erstattungsansprüche "immer konsequenter" geltend. Er rechne mit einer "nicht unbeträchtlichen Summe".


Der Live-Ticker zum Nachlesen: So lief die Evakuierung in Fürth


Neben den Lohnfortzahlungen muss die Stadt weitere Beträge stemmen, von der Miete für mobile Toiletten am BRK-Katastrophenschutzzentrum bis zu den Kosten für die Verpflegung von Einsatzkräften und Anwohnern, denen in Notquartieren Essen und Getränke angeboten wurden.

Bevor um 17.40 Uhr Entwarnung gegeben wurde, sorgten sich Betroffene auch um ihr Hab und Gut im Evakuierungsgebiet. Was, wenn es zu einer Explosion kommt, fragten sie sich, etwa bei einer kontrollierten Sprengung. Wer zahlt dann für kaputte Autos, Fensterscheiben. . . ? Laut Kreitinger ist für Schäden grundsätzlich der Eigentümer des Grundstücks haftbar, wo die Bombe gefunden wurde. Die Stadt oder der Kampfmittelbeseitigungsdienst seien nur in der Pflicht, wenn sie Fehler machen.

Grundstückseigentümern insbesondere auf der im Krieg stark bombardierten Hardhöhe rät Kreitinger dringend, vor Grabungsarbeiten eine Kampfmittelsondierung vorzunehmen. Findet sich ein Blindgänger, sei sofort die Polizei zu informieren. 

hbi

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