Samstag, 17.11.2018

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Fürther Grundschüler mit rekordverdächtiger Leselust

2000 Jungen und Mädchen verschlangen die Literatur gleich stapelweise - 04.02.2015 12:00 Uhr

Die eifrigsten Klassen aus der Farrnbachschule und der Friedrich-Ebert-Schule mit ihren Lehrerinnen und Sponsoren werden von Bürgermeister Markus Braun (3. v. li.) ausgezeichnet. © Foto: Mark Johnston


Fürth stellt damit sogar Hamburg, Freiburg, Göttingen und Hannover in den Schatten, wo die Leseaktion mit weitaus geringerer Resonanz ebenfalls über die Bühne gegangen ist. Die Idee stammt von der dafür ausgezeichneten Hamburger Autorin Ursel Scheffler. Beim „Lesefrühling“ im vergangenen Jahr begeisterte sie den Fürther Unternehmensberater und Familencoach Jürgen Kraft und Lehrkräfte dafür. Kraft, der auch als „Max der Vorleser“ junges Publikum für Kinderliteratur begeistert, übernahm die Organisation, Bürgermeister Markus Braun die Schirmherrschaft.

Schon die Auftaktveranstaltung mit rund 600 Kindern am 16. Oktober 2014 in der St.-Pauls-Kirche ließ vermuten, dass es kein Flop werde. Insgesamt 84 Grundschulklassen haben sich ins Leseabenteuer gestürzt – befeuert von der Volksbücherei, die Lesekisten für Klassen bereitstellte, dem Rundfunkmuseum und privaten Sponsoren, die Preise für die eifrigsten Klassen zur Verfügung stellten. In Listen wurden die gelesenen Bücher eingetragen.

Die Masse der konsumierten Literatur resultiert daraus, dass auch vorgelesene Bücher zählten. „Sonst wären Erstklässler benachteiligt gewesen“, erklärt Kraft. Ein Buch, das einer 20-köpfigen Klasse vorgelesen wurde, zählte dann als 20 Bücher. Etwa 60 Klassen machten von Gutscheinen Gebrauch und ließen sich von Max dem Vorleser unterhalten.

Angestrebt war ein Bücherstapel, der mit 55 Meter so hoch wie der Rathausturm sein sollte. Doch schon im ersten Monat brachten es die Teilnehmer auf stattliche 146 Meter. Im zweiten Monat wurde dieses Ergebnis dann noch einmal um zehn Meter übertroffen. Den Rekord stellten die von der Medienpädagogin Angelika Soldner betreuten Kinder an der Farrnbachschule auf. Sie brachten es im ersten Monat auf einen sieben Meter hohen Bücherturm, im zweiten Monat auf einen acht Meter hohen Stapel.

Turm erklommen

Zur Anerkennung gab es Eintrittskarten ins Fürthermare und Rundfunkmuseum sowie eine Lesenacht in der Volksbücherei. Zum Abschluss der Aktion hatte der Bürgermeister nun die fleißigsten Leser in den Sitzungssaal des Rathauses eingeladen. Hier gab es zunächst Urkunden, dann ging es hinauf auf den Rathausturm. Eigentlich wollte auch Initiatorin Ursel Scheffler aus Hamburg kommen und etwas vorlesen. Der Flug war bereits gebucht, doch dann zwang ein Bandscheibenvorfall die Autorin aufs Krankenbett.

Beflügelt vom Erfolg, wird die Aktion an einigen Schulen jetzt fortgesetzt. Zur Appetitanregung hat Max der Vorleser ein neues Projekt vor Augen. Zur Blauen Nacht im Herbst will er sich mit Kindern im Kulturforum in Gruselgeschichten vertiefen. Der Bürgermeister unterstützt ihn. „Lasst euch nur weiter verführen“, empfahl er den Kindern im Rathaussaal. Bei Jürgen Kraft bedankte er sich stilvoll mit dem Buch „Fürth jetzt“. 

VOLKER DITTMAR

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