Donnerstag, 21.03.2019

|

Fürther Polizei warnt vor Diebstählen aus geparkten Autos

Kriminalstatistik 2015: Zahl der Straftaten sank auf niedrigsten Wert seit fünf Jahren — Sicher im öffentlichen Raum - 27.03.2016 10:00 Uhr

Fahrraddiebstähle sind nicht leicht aufzuklären. Die Fürther Polizei gilt hier bundesweit als vorbildlich. © Foto: Anundi


Zum zwölften Mal weist die Kriminalstatistik Fürth als Nummer eins des Freistaats aus. In keiner anderen der acht bayerischen Großstädte zählte die Polizei 2015 – wie berichtet – weniger Straftaten pro 100 000 Einwohner.

Ein Punkt aber scheint zunächst wenig zum glänzenden Abschneiden zu passen: In Sachen Aufklärungsquote rutschte die Kleeblattstadt vom dritten auf den fünften Platz. Ausschlaggebend dafür ist, dass sich der Flüchtlingsstrom unterschiedlich auf die Bilanzen der Städte auswirkt. Dort, wo Flüchtlinge erstmals von der Bundespolizei aufgegriffen werden, werden entsprechend viele „Verstöße gegen das Aufenthalts- und Asylverfahrensgesetz“, etwa illegale Grenzübertritte, festgestellt. Da solche ausländerrechtlichen Verstöße schnell aufgeklärt sind, hat sich die Gesamt-Aufklärungsquote mancher Städte erheblich verbessert. In Fürth fallen solche Verstöße dagegen kaum ins Gewicht. Klammert man diese Fälle in der Statistik aus, bleibt Fürth bei der Aufklärungsquote auf Platz drei hinter Würzburg und Augsburg.

Die Fürther Polizei darf sich über einige weitere Erfolge freuen: 6035 Straftaten wurden 2015 im Stadtgebiet registriert, der niedrigste Wert seit fünf Jahren. Auffällig ist, dass die Zahl der Wohnungseinbrüche (94) nach einem besorgniserregenden Jahr 2014 (148 Fälle) wieder auf das „niedrige Niveau der Vorjahre“ zurückgegangen ist, wie Gernot Rochholz, stellvertretender Leiter der Fürther Polizeiinspektion, sagt. Er führt das auf verschiedene Maßnahmen zurück: Bei Bürgerversammlungen und via Presse seien die Menschen für das Thema sensibilisiert worden, manche investierten in besseren Einbruchschutz. Zudem hat die Polizei den Bereich verstärkt in den Fokus genommen, auch mit Hilfe der Sonderermittlungsgruppe, die das Präsidium Mittelfranken gründete. Sorge bereitet den Beamten, dass zugleich verstärkt in gewerbliche Objekte eingebrochen wurde. Viele kleine Läden seien leider unzureichend gesichert, sagt Polizeihauptkommissar Eberhard Reinbacher.

Herumgesprochen hat sich die gute Arbeit der Fürther Polizei in puncto Fahrraddiebstähle: 269 Fälle wurden gemeldet (2014: 361), die Aufklärungsquote sei mit 24,5 Prozent für diesen Bereich „extrem hoch“, sagt Rochholz. In Mittelfranken beträgt sie 13,3 Prozent. Mehrere Anfragen aus ganz Deutschland habe man schon bekommen. Es zahle sich aus, dass sich ein Sachbearbeiter fast ausschließlich um das Thema kümmert.

Generell ist die Zahl der Diebstähle weiter gesunken, auf den niedrigsten Wert seit 2010. Vor allem Taschendiebstähle habe man eindämmen können. Eine unschöne Ausnahme sind Diebstähle aus Autos, hier wurden 125 Fälle – deutlich mehr als 2014 – angezeigt. Besonders aufmerksam sollte sein, wer am Klinikum parkt: Wertsachen sollten nicht sichtbar im Wagen liegen. Diebe nehmen die geparkten Autos ins Visier, während die Besitzer Angehörige besuchen.

Noch etwas stärker als in ganz Mittelfranken ist in Fürth die Jugendkriminalität zurückgegangen: Erfreulich sei, dass diese Entwicklung schon seit mehreren Jahren anhält, so Rochholz. Auch mit Rauschgiftdelikten hatte die Polizei weniger zu tun.

In die andere Richtung weist die Kurve dagegen bei Rohheitsdelikten, dazu zählen unter anderem Körperverletzungen (2015: 912 Fälle, 2014: 881 Fälle). Die Statistik zeigt allerdings auch: Gewalt spielt sich vor allem im häuslichen Bereich ab und unter Menschen, die sich kennen. Die Aufklärungsquote ist mit 92,9 Prozent sehr hoch. Im öffentlichen Raum kann man sich Rochholz zufolge in Fürth weiter sicher fühlen. Selbst bei Kirchweihen und Fußballspielen bleibe es ausgesprochen friedlich.

Acht „Straftaten gegen das Leben“, darunter fallen Tötungsdelikte ebenso wie versuchter Totschlag, wurden in Fürth 2015 verübt. Auch sie fanden im privaten Umfeld statt – Ausnahme war die tödliche Messerattacke in der Nacht zum 1. Februar an der U-Bahn-Haltestelle Jakobinenstraße.

(Ein Bericht speziell zum Thema Flüchtlinge und Kriminalität folgt.) 

CLAUDIA ZIOB

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Fürth